TV-Show

„Überflüssigstes Produkt“ – so brutal war „Höhle der Löwen“

Lesedauer: 6 Minuten
Alexandra Karg

„Die Höhle der Löwen“-Ideen: Ein Müllsystem, veganes Hundefutter und ein Mini-Inhalator für unterwegs. Was die Investoren überzeugte.

Berlin.  Auf den spannendsten Deal in dieser zehnten Folge der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ mussten die Zuschauer bis ganz zum Schluss warten. Doch nicht nur die Erfinder des ersten Mini-Inhalators für unterwegs haben die Löwen überzeugt, auch zwei weitere Gründer hatten Glück und konnten einen Deal mit einem der Löwen ergattern.

Drei Konzepte hielten dem harten Urteil der DHDL-Investoren allerdings nicht stand – eins wurde sogar zum „überflüssigsten Produkt, das ich bisher bei der Höhle des Löwen gesehen habe“, erklärt.

„Die Höhle der Löwen“ – die wichtigsten Fakten:

  • Seit dem 4. September läuft die fünfte Staffel
  • Die Gründer-Show ist eines der erfolgreichsten TV-Formate der vergangenen Jahre
  • Rund drei Millionen Zuschauer schalten nach Senderangaben pro Show ein

„Die Höhle der Löwen“ – drei Gewinner und drei Verlierer der Show

„Prezit“: Ralf Dümmel investiert in Müllpresse

Jeder, der wie Alex Baechler aus einer großen Familie stammt, der kennt das Problem: übervolle Mülleimer. Der 32-jährige Schweizer hatte genug vom ständigen Müllstopfen und entwickelte deshalb „Prezit“. Dahinter steckt eine Abfallpresskonstruktion, die dafür sorgen soll, dass in Zukunft zwei- bis dreimal mehr Müll in den Müllsack passt.

Nur weil jeder dieses Problem kennt, lassen sich nicht alle für das Produkt des Schweizers begeistern. Alle Investoren sehen viel mehr Probleme in dem Produkt – nur einer nicht: Ralf Dümmel. Als alle anderen Löwen bereits abgelehnt haben, erklärt er: „Es ist selten, dass ich allen Löwen widerspreche, aber in diesem Fall tu ich’s mal.“

• Ralf Dümmel bietet Alex Baechler 125.000 Euro für 30 Prozent Firmenanteil – der Deal kommt zustande.

„VegDog“: Mit „Mädchenpower“ zum Erfolg

„Wir machen Ihren Hund zum Veganer“ – nach dieser Kampfansage schauten die Gründerinnen Lisa, Tessa und Valerie aus München zunächst in skeptische Gesichter. Da konnte auch der tierische Joker, Hund Nelson, nicht helfen. Ihn haben die drei Frauen als Versuchskaninchen mitgebracht, um ihr veganes Hundefutter noch besser zu bewerben.

Nelson war allerdings auch der Grund für die Idee. Denn: Veganes Hundefutter heilte seine Futtermittelunverträglichkeit. Obwohl drei der Investoren selbst einen Hund haben, zeigte am Ende nur eine Interesse am ersten veganen und getreidefreien Alleinfuttermittel für Hunde.

• Dagmar Wöhrl wird mit 150.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteil und ganz viel „Mädchenpower“ in „VegDog“ investieren.

Mini-Inhalator „Aspira Clip“: Zwei DHDL-Investoren schlagen zu

Auf diesen Deal mussten nicht nur die Zuschauer lange warten. Beim letzten Konzept der zehnten Folge von „Die Höhle der Löwen“ war auch für die Investoren Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer Geduld gefragt. Die beiden Löwen waren gemeinsam an „Aspira Clip“ interessiert, doch die Gründer zögerten.

Die besten Freunde Vinh-nghi und Wolfgang aus Berlin haben den sogenannten „Aspira Clip“ erfunden, einen Mini-Inhalator to go. Die Investoren steckten sich den kleinen Ring aus medizinischem Silikon direkt in die Nase und ließen die ätherischen Öle im „Aspira Clip“ auf sich wirken. Trotz seltsamer Optik waren alle von der Erfindung begeistert – fanden aber die Bewertung der Gründer für ihr Unternehmen zu hoch.

Zwei wollten sich dennoch zusammentun und investieren. Aus Angebot, Gegenangebot und einem weiteren Versuch zu verhandeln wurde schließlich ein Deal: 600.000 Euro legten die Investoren Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer zusammen hin für 25 Prozent Firmenanteil. 15 Prozent mehr als von den Gründern angeboten. Das sind die wichtigsten Infos zur 5. Staffel von „Die Höhle der Löwen“.

„Die Höhle der Löwen“ – das sind die Verlierer des Abends:

Diese zehnte Folge von „Die Höhle der Löwen“ zeigte einmal aufs Neue: Nicht jede gute Idee findet am Ende auch einen Unterstützer. Die Gründe für eine Absage der Löwen können dabei ganz unterschiedlich sein.

Das Duo Jens Willeke und Markus Maaßen. will mit ihren „Lazys“ Skifahrern leichter machen, in ihren Skischuhen zu gehen. Mit ihrem Motto „Be crazy go lazy“ schossen sie doch sogar beim begeisterten Skifahrer Georg Kofler ins Leere.

Er war nicht nur wenig interessiert, sondern erklärte gar: „Ich würde dieses Ding nie und nimmer kaufen und nie und nimmer anziehen – selbst wenn ich es geschenkt bekomme.“ Sein brutales Urteil: „„Das ist das überflüssigste Produkt, das ich bisher bei der Höhle der Löwen gesehen habe. Das braucht die Welt echt nicht.“

Obwohl Aaron Armah und Jakob Hemmers mit ihrer Bio-Grillkohle ein durchweg nachhaltiges Produkt anbieten, war dieses am Ende nicht nachhaltig genug. „Wenn ich umweltbewusst sein will, grille ich nicht mit Kohle!“, stellte Dagmar Wöhrl klar.

Ein anderes Mal fehlt schlichtweg die Begeisterung für die Sache bei den Investoren. Die Gründer Sebastian, Luca und Hans aus Berlin haben die App „Calimoto“ entwickelt, eine App, die Motorradfahrern die besten Strecken zeigt.

Einen Motorrad-Freak haben sie unter den Investoren leider nicht gefunden und so galt das Urteil von Frank Thelen auch für die anderen Löwen: „Weil ich nichts mit dem Thema Motorrad zu tun hab, bin ich raus.“

„Die Höhle der Löwen“: Maschmeyer investiert am meisten

Zuletzt hatte es Kritik von der Verbraucherzentrale an die „Höhle der Löwen“ gegeben. Wenig später relativierten die Verbraucherschützer ihr Aussagen allerdings wieder. Am meisten bei DHDL investiert Carsten Maschmeyer.Das ist der teuerste Deal aller Zeiten.

Die ganze „Die Höhle der Löwen“-Folgen finden Sie hier in der Vox-Mediathek.