Krimi

Die Brüder „Schwartz & Schwartz“ starten im ZDF überzeugend

Golo Euler (als Mads, l) und Devid Striesow (als Andi) stehen im Zentrum der neuen ZDF-Krimireihe „Schwartz & Schwartz“.

Golo Euler (als Mads, l) und Devid Striesow (als Andi) stehen im Zentrum der neuen ZDF-Krimireihe „Schwartz & Schwartz“.

Foto: Julia Terjung / dpa

Die Samstagskrimis im ZDF haben neue Ermittler: Devid Striesow und Golo Euler ermitteln als Brüder. Das neue Duo weiß zu gefallen.

Berlin.  Kaum haben die Gäste auf den 40. Geburtstag von Giulia Jasper angestoßen, da bricht die Frau des Berliner Prominentenarztes Dr. Robert Jasper (Ulrich Noethen) zusammen. Jaspers Diagnose lautet: Tod durch anaphylaktischen Schock. Giulia litt an einer Erdnussallergie. Trotz exakter Menüplanung muss etwas schiefgelaufen sein. Und schon kommt Mads Schwartz (Golo Euler) vom Kriminaldauerdienst ins Spiel.

Er mag die von der versammelten Ärzteschaft geteilte Unfalltheorie nicht so ohne Weiteres akzeptieren und ordnet vorsorglich eine umfassende Beweissicherung an. Wegen seines entschiedenen Vorgehens wird er, zunächst auf „Leihbasis“, in die Mordkommission versetzt. Hat Jasper, der einer der größten europäischen Kinderwunschkliniken vorsteht, vielleicht den vermeintlich perfekten Mord begangen?

Devid Striesow als windiger Charmebolzen

Zu diesem Zeitpunkt hat der Zuschauer die eine Hälfte des neuen ZDF-Ermittlerduos bereits bestens kennengelernt. Mads, liebevoller Ehemann und aufopfernder Vater, ist ein brillanter Polizist: rechtschaffen, penibel, ohne pingelig zu sein, selbstbewusst und mit natürlicher wie fachlicher Autorität ausgestattet. Es ist ein Vergnügen, zu sehen, wie Golo Euler all diese Facetten in einem harmonischen Charakterbild zusammenführt.

Ganz anders hingegen ist sein Bruder Andi – zusammen bilden sie das Ermittlerduo „Schwartz & Schwartz“, mit der das ZDF seine Samstagabend-Krimischiene bereichert. Unvermittelt taucht Andi Schwartz aus der Versenkung auf, mischt ungefragt mit. Mads’ Bruder steht nicht sonderlich fest auf dem Boden von Recht und Gesetz; Betrug, Trickdiebstahl, illegale Abhöraktionen gehören zum Alltagsgeschäft des ausgefuchsten Privatdetektivs. Devid Striesow ist dieser windige Charmebolzen mit ausgeprägtem Familiensinn, der mit jeder neuen krummen Idee nur noch sympathischer wird.

Der Auftakt „Mein erster Mord“ (Regie: Rainer Kaufmann) spielt natürlich mit diesem „Buddy“-Element. Doch vor allem haben die Autoren Alexander Adolph und Eva Wehrum („München Mord“) die Reihe um zwei ungleiche Brüder im klassischen Stil einer vertrackten Detektivgeschichte entwickelt, die unaufhaltsam dichter und spannender wird. Der Film lebt zudem von seiner exzellenten Besetzung.

Ulrich Noethen überzeugt als Promi-Arzt

Diesmal ist es Ulrich Noethen, der in seiner Gastrolle als diabolischer Klinikchef alle Register seines Könnens zieht. Doch auch das Stammpersonal ist verheißungsvoll: Lisa Martinek überzeugt (diesmal jedenfalls) als zwielichtige Polizeichefin Lisa Steinle, bei Mads’ Kollegin Ina Doppelbauer (Brigitte Hobmeier) siegen Integrität und Solidarität über den Beißreflex, und Cornelia Gröschel deutet als Jasmin Schwartz an, dass mehr in ihr steckt als nur die liebevolle Ehefrau und Mutter.

Wenn Andi zum Schluss zu seinem Bruder meint, „Wir beide, Du und ich, sind die Größten“, dann darf man das als Versprechen auf die Zukunft nehmen.

Fazit: Überzeugender und verheißungsvoller Start in eine neue Krimireihe um ein ungleiches Brüderpaar.

• Samstag, 27. Oktober, 20.15 Uhr, ZDF: „Schwartz & Schwartz“