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„Für immer Kult“ – Guido Cantz reitet auf der Retro-Welle

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Andreas Böhme
Moderator Guido Cantz bei einer Aufzeichnung der WDR-Retroshow „Für immer Kult“.

Moderator Guido Cantz bei einer Aufzeichnung der WDR-Retroshow „Für immer Kult“.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Guido Cantz startet am Freitag mit „Für immer Kult“. Ein Quiz über „die gute alte Zeit“. Auch die „Montagsmaler“ belebt er wieder.

Spaß versteht er schon seit fast zehn Jahren. Jetzt bittet Guido Cantz zu einer Mischung aus Re­troshow und Ratespiel über Dinge, die „Für immer Kult“ sind. Und das ist längst nicht alles, was der Mann in den kommenden Monaten so treibt. „Langweilig“, ahnt Cantz, „wird es in diesem Herbst nicht werden.“

Wohl wahr. Los geht es am Freitagabend, wenn die erste von zunächst sechs geplanten „Für immer Kult“-Sendungen im WDR startet. Prominent besetzte Rateteams müssen darin bei Quizrunden und Spielen antreten. Als Teamkapitäne sind in jeder Ausgabe Moderatorin Sabine Heinrich und Comedian Ingolf Lück dabei, die jeweils einen wechselnden prominenten Mitstreiter (unter anderem Mirja Boes, Hugo Egon Balder, Sonya Kraus, Henning Krautmacher, Bastian Bielendorfer, Annette Frier und Ann-Kathrin Kramer) an ihrer Seite haben.

Guido Cantz hat bei Aufzeichnung viel gelacht

„Wir fragen zum Beispiel, wann der autofreie Sonntag war, oder ­lassen berühmte Titelmelodien von Filmen und Serien erkennen“, umreißt Cantz die Spielidee. Und zwischendurch gibt es Anekdoten aus längst vergangenen Tagen. „Wir haben viel gelacht“, erinnert sich der 47-Jährige an die Aufzeichnungen. Und er ahnt, warum Retro-Sendungen beim Publikum so beliebt sind. „Beim Blick zurück verklärt sich die Vergangenheit ganz oft.“

Er selbst, sagt Cantz, sei ja kein „Nostalgiker“, niemand, der findet, das früher alles besser war. Aber wenn es um Fernsehshows geht, schwelgt auch der Porzer gerne in Erinnerungen. Deshalb hat er auch nicht lange überlegen müssen, als ihn der Südwestdeutsche Rundfunk fragte, ob er nicht Lust habe, die Neuauflage der legendären „Montagsmaler“ (27. August, 22.45 Uhr, SWR) zu moderieren. „Das Konzept ist einfach schlüssig“, findet Cantz und gibt zu: „Das ist eine der Sendungen, die ich auf meiner persönlichen Wunschliste schon immer ganz oben stehen hatte.“

Cantz hätte Lust auf eine Late-Night-Show

Was sonst auf dieser Wunschliste steht? „Na ja“, sagt der Moderator, „ich finde es schade, dass es so wenig Late Night im deutschen Fernsehen gibt.“ Aktuelle Themen humorvoll aufarbeiten, das mache derzeit ja nur die „heute-show“. „Oliver Welke und die anderen machen das toll, aber ich glaube, da ist noch Platz für mehr.“

Fragt sich nur, ob er überhaupt Zeit hätte, diesen Platz zu füllen. Denn natürlich bleibt Cantz auch nach fast zehn Jahren „Verstehen Sie Spaß?“ treu. Eine Show, die sein Leben so nachhaltig verändert hat wie keine andere. Nicht nur, weil alle Menschen, die ihn treffen, irgendwo eine versteckte Kamera im Hintergrund wähnen.

Durch „Verstehen Sie Spaß?“ ist er misstrauischer geworden

„Ich bin selber auch sehr misstrauisch geworden“, räumt Cantz ein und erzählt, dass ein Fahrer, der ihn neulich vom Flughafen abholte, plötzlich behauptete, er habe den Autoschlüssel verloren. „Ich habe ihm kein Wort geglaubt, dachte, ich sollte reingelegt werden.“ Sollte er nicht. „Der Schlüssel war wirklich weg.“

Fernsehen ist aber nicht alles. Noch ist Sommer, aber am Horizont zieht bereits die fünfte Jahreszeit herauf. Und die Frage, ob Cantz wieder dabei ist und durch die Festsäle des Rheinlandes zieht, ist eher eine rhetorische. „Natürlich stehe ich im Karneval wieder fast jeden Tag auf einer Bühne“, sagt er und lacht. „Man darf doch seine Wurzeln nie vergessen.“

„Für immer Kult“: 24. August, 21 Uhr, WDR

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