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Warum „Beginner gegen Gewinner“ dringend ein Update braucht

Joko Winterscheidt (l.) und Ralf Souquet (r.), dreifacher Weltmeister im Billard bei „Beginner gegen Gewinner“.

Joko Winterscheidt (l.) und Ralf Souquet (r.), dreifacher Weltmeister im Billard bei „Beginner gegen Gewinner“.

Foto: Jens Hartmann / ProSieben

„Beginner gegen Gewinner“ lieferte Boxen auf Rollschuhen und Beachvolleyball in Taucheruniform. Doch etwas fehlte der Sendung noch.

Berlin.  Am Ende des Abends, als die 57.000 Euro im Jackpot ausgespielt sind, platzt es noch einmal aus Joko Winterscheidt (39) heraus. „Wahnsinn, wahnsinn“, rief der Moderator – und meinte diesmal das Finale, in dem sich der 28-jährige Kandidat Vadim gegen zwei Konkurrenten durchsetzte. Mit einem Flummi, der einmal auf dem Boden aufschlagen und dann in einem Eimer landen musste.

Ja, Wahnsinn. Gänsehaut pur. So wie die anderen sechs Spiele, die ProSieben am Samstagabend zeigte. Denn eigentlich kommentierte Winterscheidt jedes der Mini-Matches in Superlativen. Die meisten der Gaga-Duelle waren zwar nett anzuschauen. Einen Weltmeister im Kitesurfen, der als Spongebob Schwammkopf verkleidet auf den Wellen der Nordsee reitet, sieht man nicht alle Tage im TV. Und deutsche Meisterinnen im Beachvolleyball, die mit Schnorchelflossen durch den Sand waten, gibt’s auch eher selten. Die Handicaps, die die Beginner den Gewinnern, also den Profis, verpassten, sind oft herrlich albern.

Die besondere Note fehlte bei „Beginner gegen Gewinner“

Nur: wirklich packende Duelle, solche mit Wow-Effekt, entstehen deswegen noch lange nicht. Am meisten Spannung bot da noch der Kampf zwischen Box-Weltmeister Tyron Zeuge und Barkeeper Vadim. Zeuge wurden Rollschuhe unter die Füße geschnallt, er schlitterte von einer Ecke in die andere – und trotzdem schenkte er seinem Konkurrenten mehrere gezielte Schläge ein.

Der Underdog gewann zwar am Ende, aber es zeigte sich auch: Je mehr Action ein Spiel bietet, je mehr Risiko auch der Kandidat eingeht, desto besser für die Zuschauer. Die besondere Note fehlte den meisten Spielen diesmal einfach. Egal, ob Billard, Beachvolleyball oder Diskurswerfen: Sah alles nett aus, mehr aber auch nicht.

Viel muss eine Samstagabend-Show auch nicht zwangsläufig leisten, aber etwas mehr Abwechslung und Tempo wären dann doch schön. Im „Duell um die Welt“, das Winterscheidt zusammen mit seinem Buddy Klaas Heufer-Umlauf (34) produziert, liefern sich die beiden regelmäßig mitreißende Duelle. Und eben jene Prise mehr Action würde auch „Beginner gegen Gewinner“ als eine Art Update gut tun. Dazu kommt: dass Pro Sieben die Spielchen jedes Mal aufs Neue durch Werbepausen zerhackt, ist zwar inzwischen bekannt – ärgerlich bleibt es aber trotzdem.

Joko liegt im Schnee – mitten im Hochsommer

Auch Moderator Johannes B. Kerner (53) und TV-Koch Tim Mälzer (47), die diesmal den Ausgang der Matches tippen sollten, hatten keinen guten Tag erwischt. Meistens lagen sie daneben. Immerhin etwas aber bleibt in Erinnerung: Mitten im Hochsommer liegt Joko Winterscheidt im Schnee.

Weil er unbedingt einmal beim Biathlon antreten wollte – und das ohne Schnee naturgemäß schlecht funktioniert – ,drehte Pro Sieben schon im März das Duell gegen Ex-Weltmeister Andreas Birnbacher. Obwohl der ehemalige Profi durch Handschuhe mit Würsten an jedem Finger und nur einem Ski unter den Füßen eingeschränkt war, ging Winterscheidt unter. „Ein limitierter Mann am Limit“, kommentierte Klaas Heufer-Umlau gehässig, der kurzzeitig die Moderation von Elmar Paulke (48) übernommen hatte.

Der Kurz-Auftritt war natürlich nur dazu da, seinem Freund und TV-Kollegen einen mitzugeben. Als Zuschauer denkt man sich trotzdem: schade eigentlich, dass die beiden nur noch so selten gemeinsam vor der Kamera stehen. Nicht nur an diesem Abend.