Saisonbeginn

Der „Tatort“ ist zurück und startet mit einem Kultkrimi

Ulrich Tukur als Wiesbadener Ermittler Felix Murot. Der „Tatort – Im Schmerz geboren“, der fast an einen Western erinnert, überzeugte Publikum und Kritik gleichermaßen

Ulrich Tukur als Wiesbadener Ermittler Felix Murot. Der „Tatort – Im Schmerz geboren“, der fast an einen Western erinnert, überzeugte Publikum und Kritik gleichermaßen

Foto: ARD/HR/Philip Sichler / HR/Philip Sichler

Vor dem Saisonstart der neuen „Tatort“-Folgen zeigt die ARD noch einmal einen Kultkrimi mit Ulrich Tukur. Viele Kommissare hören auf.

Wochenlang war die beliebteste Krimireihe der Deutschen in der Sommerpause, jetzt ist wieder „Tatort“-Zeit. Bevor die neuen Produktionen gesendet werden, zeigt das Erste an diesem Sonntag noch einmal den Kult-„Tatort“ mit Ulrich Tukur: „Im Schmerz geboren“.

Selten waren sich Publikum und Kritik bei einem „Tatort“ so einig: Die Folge gilt als eine der besten in der fast 50-jährigen Geschichte der Krimireihe – und ist vielleicht die ungewöhnlichste.

Der furiose Mix aus Shakespeare, Tarantino und Western mit Tukur als Wiesbadener Ermittler Felix Murot setzte 2014 neue ästhetische Maßstäbe. Eine Gangsterballade, in der es so viele Leichen gibt wie in keinem anderen „Tatort“ – die Zahl der Toten schwankt je nach Zählung zwischen 47 und 54.

Stefan Gubser und Delia Mayer hören 2019 auf

Am 5. August startet dann die neue Saison mit einer Folge aus der Schweiz. „Die Musik stirbt zuletzt“ aus Luzern wurde als erster „Tatort“ überhaupt ganz ohne Schnitt in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht – ein seltenes und aufwendiges Verfahren.

Der „Tatort“ von Regisseur Dani Levy ist einer der letzten Einsätze von Stefan Gubser und Delia Mayer als Luzerner Ermittler: Die beiden hören 2019 auf und werden von einem Team aus Zürich ersetzt. Wie bei einer Theateraufführung wurden die 90 Minuten jeweils durchgespielt, während die Kamera den Darstellern folgte, ohne die Aufnahme zu unterbrechen. Für den Zuschauer fühlt sich das fast so an, als bewegte er sich in einem Videospiel durch die Räume. Die Handlung läuft in Echtzeit ab.

Bis zum zweiten „Tatort“ müssen Fans drei Wochen warten

Es hat eine gewisse Ironie, dass die Saison ausgerechnet mit einem experimentellen „Tatort“ beginnt: Nach heftig kritisierten Wagnissen wie dem Ludwigshafener Improvisations-„Tatort“ mit Ulrike Folkerts hieß es zunächst, die ARD wolle die Schlagzahl solcher Experimente reduzieren. Zuletzt verkündete ARD-Programmdirektor Volker Herres jedoch: „Der ,Tatort‘ wird und muss inhaltlich wie dramaturgisch weiterhin immer auch neue, mutige und überraschende Wege gehen“, und fügte an: „Möglichst solche, auf denen das Publikum folgen kann.“

Bis zum zweiten neuen „Tatort“ müssen die Fans drei Wochen warten: Am 12. August ist der Sonntagabend wegen einer Leichtathletikübertragung im Ersten krimifrei, und am 19. August steht ein „Polizeiruf 110“ mit Matthias Brandt auf dem Programm. Am 26. August ermitteln Christian Ulmen und Nora Tschirner in der Folge „Die robuste Roswita“ gewohnt komödiantisch in Weimar.

Auftakt eines Ermittler-wechsel-dich-Spiels

Am 2. September gibt die Schauspielerin Almila Bagriacik im Kiel-Krimi „Borowski und das Haus der Geister“ ihr Debüt an der Seite von Axel Milberg alias Kommissar Klaus Borowski.

Es ist der Auftakt eines Ermittler-wechsel-dich-Spiels. So hat in der Stuttgarter Folge „Der Mann, der lügt“ die Schauspielerin Mimi Fiedler als Kriminaltechnikerin ihren letzten Einsatz. Im Schwarzwald-Krimi „Damian“ wird Hauptdarsteller Hans-Jochen Wagner von Carlo Ljubek vertreten. Devid Striesow löst in „Der Pakt“ seinen letzten Fall als Kommissar Stellbrink in Saarbrücken, und auch das Bremer Duo Sabine Postel und Oliver Mommsen zeigt sich zum letzten Mal.