Fernsehen

„Sommerkino“ im Ersten – Von Miesepetern und Filmlegenden

Ove (Rolf Lassgård) ist ein alter Griesgram.

Ove (Rolf Lassgård) ist ein alter Griesgram.

Foto: ARD Degeto/ Concorde / ARD Degeto/2016 Concorde Filmver

ARD startet die Reihe „SommerKino“ mit der schwedischen Komödie „Ein Mann namens Ove“. Insgesamt sind ein paar sehenswerte Filme dabei.

Essen.  Die ARD geizt nicht mit selbstbewussten Worten: „Große Emotionen, schräge Typen, mitreißende Geschichten“ verspricht das Erste für die TV-Premieren im Rahmen der nun startenden Reihe „SommerKino“.

Man sollte sich von den Anpreisungen des Senders jedoch nicht verführen lassen – denn insbesondere die Auswahl der Filme am frühen Abend lässt dann doch zu wünschen übrig.

Ein Dutzend Titel wartet auf die Zuschauer, gesplittet zur Hälfte in die heute beginnende Primetime-Schiene um 20.15 Uhr, ab nächster Woche dann jeden Dienstag zusätzlich begleitet von Kinofilmen in der Spätschiene um 22.45 Uhr. Der Start mit dem schwedischen Erfolgsfilm „Ein Mann namens Ove“ ist zwar ein hoffnungsvoller Anfang. Er erzählt von einem verbitterten alten Mann (Ex-„Wallander“ Rolf Lassgård), der nach dem Krebstod seiner Frau eigentlich keinen Sinn mehr im Leben sieht.

Seine Selbstmordversuche scheitern jedoch kläglich. Und dann bekommt er plötzlich eine junge persische Nachbarin, die ihn aus seiner Lethargie herausholt. Eigentlich ist das ein perfekter Tränendrücker. Doch Lassgård und die hinreißende Bahar Pars bewirken mit ihrem Spiel, dass es hier um Menschen geht und nicht ums schnöde Happy End. So weit, so gut.

Einen Bogen machen sollte man um „Professor Love“

Vorsehen sollte man sich aber bei „Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“ (16. Juli) von Garry Marshall, dem inzwischen verstorbenen Zuckerbäcker des Hollywood-Kinos. Er versammelt viele Stars, um sie in fünf Herzschmerz-Episoden rund um das Thema Muttertag zu pferchen. Der Regisseur, der mal Klassefilme wie „Pretty Woman“ oder „Die Braut, die sich nicht traut“ gemacht hat, liefert hier ein letztes Werk ab, das nach Meinung eines US-Kritikers „selbst Mütter nicht mögen können“. Einen Bogen machen sollte man auch – trotz Pierce Brosnan – um „Professor Love“ (30. Juli).

Da geht es um einen alternden Playboy von 60 Jahren, der von seiner jungen Frau schließlich sitzen gelassen wird. Was als unangenehme Komödie beginnt, endet als ärgerliches Pseudo-Drama. Der französische Film kommt da besser weg. In „Frühstück bei Monsieur Henri“ (23. Juli) muss ein grantiger alter Herr mit seiner forschen Untermieterin fertig werden. Vor allem die Wiederbegegnung mit Kinolegende Claude Brasseur ist ein Ereignis für sich.

Häufig gezeigter Klassiker

Über „Monsieur Claude und seine Töchter“ (13. August), dem ältesten Film in der Reihe, muss man nicht mehr viel Worte machen. Die Komödie um vier Töchter, die alle ausländische Schwiegersöhne anschleppen, hat in deutschen Kinos monatelang ausgeharrt. Allerdings war dieser Film im letzten Jahr bereits auf Sat.1 zu sehen. Was noch bleibt, ist der Eberhofer-Krimi nach den Büchern von Rita Falk, die immer so schöne Titel aus der bayerischen Küche tragen. Diesmal geht es um die „Grießnockerlaffäre“ (6. August) – und ­anders als sonst steht tatsächlich die Kriminalistik im Mittelpunkt. Was nicht heißt, dass nicht doch noch herzhaft gelacht werden darf.

Auch wenn nicht jeder Film der„SommerKino“-Reihe Straßenfeger-Qualitäten besitzt – ein paar sehenswerte Filme sind darunter.

K „SommerKino“, ab 9. Juli, jeden Montag, 20.15 Uhr, ARD

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