Medienmacher-Kolumne

Juliane Leopold soll Chefin von Tagesschau.de werden

Juliane Leopold war Gründungschefredakteurin der deutschen Ausgabe von Buzzfeed.

Foto: imago stock&people / imago/Klaus Martin Höfer

Juliane Leopold war Gründungschefredakteurin der deutschen Ausgabe von Buzzfeed. Foto: imago stock&people / imago/Klaus Martin Höfer

Nach dem Rücktritt von Christine Krogmann bei tagesschau.de war der Chefposten vakant. Jetzt scheint die Nachfolgerin festzustehen.

Hamburg.  Im Januar hatten wir berichtet, dass die Redaktionsleiterin von Tagesschau.de , Christine Krogmann, ihren Job von jetzt auf gleich niedergelegt hat. Nun scheint festzustehen, wer ihre Nachfolge antritt: Wie es in Senderkreisen heißt, läuft es auf Juliane Leopold hinaus, die bereits seit 2016 Tagesschau.de berät.

Bekannt wurde sie als Gründungschefredakteurin der deutschen Ausgabe des amerikanischen Online-Portals Buzzfeed, das sie Anfang 2016 nach nicht einmal zwei Jahren wieder verließ. Zuvor war die Digitalexpertin Social-Media-Redakteurin bei Zeit Online und Community-Leiterin bei der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Der Berufung von Leopold müssen noch die ARD-Intendanten zustimmen. Vor diesem Hintergrund mag der NDR, der bei ARD-aktuell federführend ist, das „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und eben auch Tagesschau.de produziert, sich zu der Personalie nicht äußern.

Die neue Tagesschau.de-Chefin ist mit 35 Jahren deutlich jünger als ihre 55 Jahre alte Vorgängerin, deren Vertrauensverhältnis zu ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke zuletzt belastet gewesen sein soll. Buzzfeed, das Online-Portal, für das Leopold zuletzt verantwortlich war, richtet sich vor allem an jüngere Zielgruppen. Daraus zu schließen, dass Leopold auch die Zielgruppe von Tagesschau.de verjüngen soll, ist vermutlich nicht völlig verkehrt.

Süddeutsche Zeitung beendet Zusammenarbeit mit Karikaturist

Die „Süddeutsche Zeitung (SZ)“ hat die Zusammenarbeit mit dem Karikaturisten Dieter Hanitzsch beendet. Dies teilte Chefredakteur Wolfgang Krach der Redaktion am Donnerstag mit. Grund dafür ist eine Benjamin-Netanjahu-Karikatur des Zeichners. Er hatte den israelischen Ministerpräsidenten mit antisemitischen Stereotypen wie langer Nase, großen Ohren und fleischigen Lippen versehen. Die „SZ“ hatte die Karikatur in ihrer Dienstagsausgabe abgedruckt. Dafür hatte sich Krach am Mittwoch öffentlich entschuldigt.

Offenbar hatte ein Redakteur ohne Leitungsfunktion die Karikatur ins Blatt gehoben. Sie erschien auf der Meinungsseite, die von Heribert Prantl verantwortet wird, der auch Mitglied der Chefredaktion ist. Ob er Dienst hatte, als die Seite mit der Hanitzsch-Karikatur produziert wurde, ist unklar. Krach beantwortet eine entsprechende Anfrage nicht. Vor der Redaktion hatte der Chefredakteur bereits am Mittwoch die Verantwortung für den Abdruck der Karikatur übernommen, da er am Produktionstag geschäftsführender Redakteur gewesen sei. Mit Hanitzsch soll die „SZ“ schon lange unzufrieden gewesen sein.

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