Casting-Show

„The Voice“: 17-Jährige verdrehen Jury und Publikum den Kopf

Fünf Fakten zu "The Voice of Germany"

Fakten zu "The Voice of Germany"

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Im Kampf um das Halbfinale wurden die Top-Favoriten ihren Rollen gerecht. Bitter war es für zwei Kandidaten, die gefühlt weiter waren.

Berlin.  Sie hatte alles auf eine Karte gesetzt. Ihr altes Leben hinter sich gelassen, den Job gekündigt, um ihren Traum bei „The Voice of Germany“ zu leben. Doch gereicht hat es nicht: Für Selina Edbauer ist das Casting-Abenteuer vorbei.

Die 19-Jährige, die von sich selber sagt, ein „freigelassener Tiger auf der Bühne“ zu sein, musste sich Sonntagabend verabschieden. Bei den „Sing Offs“ kämpfen für jedes Team noch zehn Talente um jeweils drei Plätze für das Halbfinale. Der Kampf wird also härter – und dramatischer.

Ein Pink-Song ließ den Traum platzen

Dabei fing der Abend für Selina Edbauer noch so gut an. Mit „Flashlight“ von Jessie J. legte sie ihre bisher stärksten Performance hin, wie Mark Forster anerkennend feststellte. Kein Wunder also, dass Coach Samu Haber sie auf den ersten „Hot Seat“ platzierte. Da blieb sie auch, bis Janina Beyerlein, 17, ihren großen Auftritt hatte. Sie ließ die Träume ihrer Konkurrentin mit einer rockig-röhrigen Interpretation von „What About Us“ von Pink zerplatzen.

„Ich bin so sorry“, sagte Samu in typischer Samu-Manier, als er Selina aus der Sendung schmeißen musste. Und die ging mit erhobenem Haupt: „Ich habe mein Bestes gegeben“, meinte sie kämpferisch.

Erste Runde der Sing-Offs bot das, was „The Voice“ auszeichnet

Diese erste Runde der Sing-Offs, bei der die zehn Kandidaten von Samu Haber und Mark Forster gegeneinander antraten, hatte alles zu bieten, was „The Voice“ auszeichnet: tolle Künstler, besondere Interpretationen und natürlich knappe Duelle. Und trotzdem: Wie schon in den Battles zuvor zeigt sich, dass es Kandidaten gibt, die immer noch eine Schippe mehr drauf legen können.

So wie Lara Samira, das Mädchen mit der Ukulele. Wie die 17-Jährige ohne Hintergrundmusik und stimmliche Unterstützung „Somewhere Over The Rainbow“ von Israel Kamakawiwi’ole präsentierte, war schon ganz großes Kino. „Wahnsinn, du hast so ein großes Herz, und das scheint durch die Musik“, sagte eine verzückte Yvonne Catterfeld. Wer so viel Gänsehaut-Feeling verbreitet, zählt, natürlich, zu den Top-Favoriten.

Das Publikum rief „Zugabe, Zugabe“

Und 17 Jahre scheint ohnehin ein gutes Alter für The Voice zu sein. Auch Benedikt Köstler hat schon in den Battles gezeigt, dass mit ihm noch zu rechnen sein wird. Mit seiner rauchig-kratzigen Stimme trifft er alle Tonlagen, kein Song scheint zu schwer zu sein. Natürlich auch nicht „House Of The Rising Sun“ von The Animals, das er Sonntagabend performte. Und das – Achtung, Premiere – das Publikum zum ersten Mal überhaupt in den Sing-Offs zu „Zugabe, Zugabe“-Rufen verleitete.

Samu, der so begeistert war von diesem Auftrittt, stürmte sofort auf die Bühne, schnappte sich Benedikt, zückte sein Handy und machte ein Selfie. Auch das eine Premiere. „Du bist natürlich im Halbfinale“, sagte Coach Mark Forster. Und ja: Das war absolut verdient nach dem wahrscheinlich stärksten Auftritt am Sonntagabend. Umso bitterer für die Kandidaten, die kurz vorm Ziel wieder vom „Hot Seat“ gestoßen wurden.

Alles richtig gemacht, trotzdem draußen

Benedikt, der als letzter an der Reihe war, nahm Robin Portmann so den Halbfinal-Platz weg. Der 21-Jährige, der neben seiner Stimme mit flippiger Mode auffällt, trat als fünfter Interpret im „Team Mark“ auf. Mit „Scars“ von James Bay hatte er alles richtig gemacht. Ein Song, in den er sein ganzes Gefühl legen konnte. „Du bist so unfassbar gut“, seufzte Yvonne Catterfeld. Und auch Mark Forster fand: „Das einzige, was gegen dich spricht, ist, dass du keinen Geschmack für Hemden hast“. In den Battles war es noch das Hawaihemd, diesmal trat Portmann in einer weißen Variation mit Vogelfeder-Muster auf. Ja, da ist in der Tat noch Luft nach oben.

Dass es für den 21-Jährigen trotz eines tollen Auftritts eben doch nicht reichte, zeigt die Stärke der Favoriten. Und dass eben das Quäntchen Glück dazu gehört. Das hatte am Ende auch Filiz Arslan mit dem Song „20.000 Meilen“ von Xavier Naidoo. Es gehört eine gehörige Portion Selbstvertrauen dazu, sich an Stücken des Mannheimers zu versuchen. Denn die Stimmgewalt Naidoos ist einzigartig. Dass Arslan es wagte, spricht für sie: Das Talent kegelte mit dieser Version „Blues-Röhre“ Alexandra Sutter aus der Show.

„The Voice“ verliert mit Alexandra Sutter eine Charakter-Sängerin

Damit verliert die aktuelle Staffel von „The Voice“ nicht nur eine einzigartige Stimme. Auch eine echte Charakter-Sängerin geht verloren. Die Österreicherin ist besonders – weil sie nicht so tadellos jugendlich aussieht wie die anderen. Weil sie eine Stimme hat, in der so viel „Leben und Blues“ steckt, wie Mark Forster sagt.

Und weil auch sie schon auf dem Hot Seat saß und wie eine sichere Halbfinalistin aussah. Aber eben nur fast.