Jubiläum

Deutschlands erster Nachrichtensender wird 25 Jahre alt

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Kai-Hinrich Renner
N-tv Geschäftsführer Hans Demmel (2. v.l.) und das Team der „Telebörse“ läuten die Schlussglocke der New York Stock Exchange.

N-tv Geschäftsführer Hans Demmel (2. v.l.) und das Team der „Telebörse“ läuten die Schlussglocke der New York Stock Exchange.

Foto: RTL

Vor 25 Jahren sendete Deutschlands erster Nachrichtenkanal das erste Mal. Heute ist n-tv auch in der digitalen Welt gut aufgestellt.

Berlin.  Schon am ersten Sendetag waren sie beim Nachrichtensender n-tv äußerst flott unterwegs. Das reguläre Programm sollte am 30. November 1992 Punkt 11 Uhr beginnen. Doch bereits um 10:56 Uhr waren alle Festreden gehalten. Danach war vier Minuten lang auf dem Bildschirm eine Uhr zu sehen, deren Sekundenzeiger sich gemächlich vorwärts bewegte.

„Wir waren mal wieder zu schnell“, sagte der Gründer und erste Geschäftsführer von n-tv, Karl-Ulrich Kuhlo, damals mehrdeutig. Schließlich war n-tv der allererste deutsche Nachrichtenkanal. Am Dienstag wurde in Berlin sein 25. Geburtstag gefeiert.

Der Sender war übrigens auch der erste, der die digitale Welt so gut verstand, dass er heute trotz eines TV-Marktanteils von nur 1,2 Prozent nach Bild.de, Spiegel Online und Focus Online mit n-tv.de das viertgrößte deutsche Nachrichtenportal betreibt. Die Portale großer Blätter wie der „Welt“, der „FAZ“, der „Süddeutschen Zeitung“, „Zeit“ oder des Stern lässt das kleine n-tv spielend hinter sich.

RTL-Gruppe wollte 50 Prozent der Anteile erwerben

Zur Geschichte des Senders gehört aber ebenso die schwierige Zeit Anfang 2006. Damals hätte er beinah als erster deutscher Nachrichtenkanal das Zeitliche gesegnet. Die RTL-Gruppe, die 2002 bei n-tv eingestiegen war, wollte die 50 Prozent der Anteile erwerben, die ihr noch fehlten, um den Kanal komplett zu beherrschen.

Das Bundeskartellamt stellte sich diesem Ansinnen zunächst entgegen. Aber weil RTL mit Schließung drohte, da der bisherige Partner CNN nicht mehr bereit sei, Geld in den defizitären Nachrichtenkanal zu stecken, gaben die Wettbewerbshüter schließlich klein bei.

Als der ehemalige Sat.1-Chefredakteur Kuhlo 1992 n-tv aus der Taufe hob, war an ein solches Szenario nicht zu denken. Der Sender erarbeitete sich mit Formaten wie der heute noch existierenden „Telebörse“ mit Carola Ferstl vor allem in der Finanzwelt einen guten Ruf.

Kanal ist heute wieder profitabel

Geld verdiente er aber erst 1998. In den beiden folgenden Jahren explodierten im Zuge der New Economy die Gewinne: Fast jeder Börsengang wurde bei n-tv beworben. Das weckte Begehrlichkeiten. ProSiebenSat.1 startete 2000 den Wettbewerber N24. Als die Dot-Com-Blase platzte, bekam n-tv richtig große Probleme. Heute ist der Kanal wieder profitabel – trotz neuer Konkurrenten wie Tagesschau24 und ZDFInfo.

Die n-tv-Redaktion bildet mit der Nachrichtenredaktion von RTL eine Einheit. N-tv ist ihr Schaufenster. Ein deutsches CNN, wie es Gründer Kuhlo einst vorschwebte, ist der Sender zwar nicht, erfolgreich aber schon: Mit der Live-Übertragung des Sprungs von Felix Baumgarten aus der Stratosphäre erzielte der Sender 2012 mit 19,9 Prozent einen Rekordmarktanteil.

„N-tv wird sich auch in Zukunft klar als Nachrichtenanbieter positionieren“, sagt Geschäftsführer Hans Demmel. Allerdings zeigt der Sender auch viele Dokumentationen. Der Nachrichtenanteil soll aber bei über 60 Prozent bleiben.

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