Charakterstudie

ZDF-Krimi „Starkes Team“ zeigt Kommissare in der Not

In den Fängen des Einbrechers (Attila Georg Borlan): die Kommissare Otto Garber (Florian Martens, M.) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck).

In den Fängen des Einbrechers (Attila Georg Borlan): die Kommissare Otto Garber (Florian Martens, M.) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck).

Foto: Katrin Knoke / ZDF und Katrin Knoke

„Ein starkes Team“ bekommt es mit einem Nachbarschaftstreit in nobler Gegend zu tun. Der ZDF-Krimi ist trotz mäßiger Story sehenswert.

Essen.  Es ist ein sonnig-friedlicher Morgen, als ein Schrei die Bewohner der Villensiedlung aufschreckt: Die Putzfrau, die an ihrem üblichen Diensttag die Tür zu einem der Häuser geöffnet hatte, fand diesmal nur Chaos, eine offene Terrassentür – und mittendrin die tote Hausherrin, erstochen im Blut liegend. War es ein Einbruchsversuch, der Franziska Kubsch das Leben kostete? Was hat ihr Sohn Finn gesehen, der sich im Schrank versteckt hat, fragt sich das „Starke Team“.

Es ist bereits der 72. Fall, den Hauptkommissar Otto Garber (Florian Martens) im Großraum Berlin aufzuklären hat. Da kann den Grantler vom Dienst gar nichts mehr erschüttern. Seine Kollegin Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) übernimmt die Koordination, und Sebastian Klöckner (Matthi Faust), erst zum zweiten Mal dabei, weiß ebenfalls, was zu tun ist: Spuren sichern und so weiter.

Der Fall „Wespennest“ nimmt seinen typisch routinierten Ermittlungsverlauf. Was fehlt, sind nur die Wespen, sozusagen. Soll heißen: Nichts sticht. Lange Filmminuten lang folgen die Berliner Ermittler fadenscheinigen Spuren und Verdachtsmomenten, befragen Nachbarn und Freunde.

Folge liefert eine spannende Charakterstudie zweier Familien

Niemand will etwas gesehen oder gehört haben, aber richtig mögen mag auch keiner den anderen. Vor allem aber: Wo ist das Motiv? Wäre da nicht die interessante Kameraeinstellung von Frederike Heß, wäre Langeweile angesagt. Doch auch wenn die Dialoge ein wenig sperrig sind, liefert diese Folge eine spannende Charakterstudie zweier Familien: hier die Kubschs, dort die Behrendts.

Die beiden Frauen und die beiden Männer sind jeweils schon seit Schulzeiten miteinander befreundet. Angesichts des Mords wird sich zeigen, wie belastbar ihre Freundschaft wirklich ist. Die Kommissare tauchen immer tiefer ein in die Nachbarschaftsstreitigkeiten und die Abgründe hinter den gepflegten Eigenheimfassaden. Interessant: Plötzlich scheint jeder verdächtig zu sein.

Fazit: Trotz der etwas konstruiert wirkenden Geschichte ist der Film schon wegen der beiden sympathischen Hauptfiguren durchaus sehenswert.

Sendetermin: Samstag, 21. Oktober, 20.15 Uhr, ZDF