Kultserie

MacGyver ist zurück und lässt zum Hacken die Frau ran

MacGyver (Lucas Till, rechts) kann aus einem Apfel, einem Geldstück und einem Kartoffelchip einen Computer bauen, zum Hacken brauchen er und sein Team aber Riley Davis (Tristin Mays, 2.v.r.)

MacGyver (Lucas Till, rechts) kann aus einem Apfel, einem Geldstück und einem Kartoffelchip einen Computer bauen, zum Hacken brauchen er und sein Team aber Riley Davis (Tristin Mays, 2.v.r.)

Foto: Sat.1

Haltet die Büroklammern fest, MacGyver ist zurück und bastelt wieder. Fans müssen aber erst warm werden mit dem neuen Darsteller.

Hamburg.  Der alte MacGyver rettete die Welt, als sei’s ein Kinderspiel. Das Leck in einem Schwefelsäuretank verschloss er mithilfe handelsüblicher Schokolade. Aus einem Kerzenständer, einem Mikrofonkabel und einer Gummimatte bastelte er einen Defibrillator, mit dem er einen Freund wiederbelebte.

In den 80er- und frühen 90er-Jahren brachte es der von Richard Dean Anderson gespielte Mann mit der blonden Vokuhila-Frisur, von Beruf irgendwas zwischen Wissenschaftler, Bombenexperte und Geheimagent, zur Kultfigur. Nun kehrt MacGyver ins Fernsehen zurück – Sat.1 zeigt nach dem Auftakt an diesem Montag immer mittwochs eine Neuauflage der Serie.

Es wird natürlich weiter getüftelt

Den neuen MacGyver verkörpert der 26-jährige US-Amerikaner Lucas Till – bekannt vor allem aus den „X-Men“-Filmen – stilecht mit blonder Matte und abgewetzter Lederjacke. Und die genialen Tüfteleien haben ein Vierteljahrhundert nach Ende der Originalserie nichts von ihrer Faszination verloren.

Wenn MacGyver im fahrenden Laster Wurfgeschosse baut, um die Verfolger damit zu bewerfen, ist das auch im Jahr 2017 gute Unterhaltung. Wenn er mit Flüssigkeiten aus der Vorratskammer und Kleingeld eine Tresorwand knackt, hat man noch immer das Gefühl, etwas über Naturwissenschaften zu lernen. Freilich findet MacGyver in jeder Falle, in der er gerade steckt, zufällig kanisterweise Salzsäure und Ammoniak, Batterien oder Drähte.

Nachtsichtbrille? – Schnell gezaubert!

So konstruiert er in den beiden Auftaktfolgen aus einer Autobatterie und einem Starthilfekabel einen prima Schneidbrenner, mit dem er problemlos ein Loch in eine Stahltür schweißen kann, und bastelt aus einem handelsüblichen LED-Licht, einem Mikroskop-Bildschirm und einem Infrarotfilter eine tadellos funktionierende Nachtsichtbrille.

Anders als früher geht es aber auch um Computertechnik, für die jedoch MacGyvers Freundin Nikki (Tracy Spiridakos), eine geniale Hackerin, zuständig ist. In der Doppelfolge müssen sich MacGyver und sein Team im Auftrag der US-Regierung in Italien um eine extrem gefährliche Biowaffe in falschen Händen und die Befreiung einer Geisel in Venezuela kümmern. Das Ganze wirkt zeitgemäß modernisiert, allerdings auch etwas seelenlos.

MacGyver ist zu jung für seine Rolle

Mac Gyver ist im Jahr 2017 erheblich jünger als das Original, den erfahrenen Wissenschaftler nimmt man dem bubenhaften Hauptdarsteller nicht ab. Und wie der Schönling mit Gemeinplätzen die Welt erklärt, wird manche der alten Fans nerven.

Das Prinzip MacGyver ist einfach: Man nutze vorhandenes Material und bastele daraus etwas Neues. Das nehmen sich immer häufiger auch die Verantwortlichen in Hollywood zu Herzen. Ob „Akte X“, „Gilmore Girls“ oder „Twin Peaks“: Viele Kultserien aus längst vergangenen Fernsehtagen finden neuerdings ihren Weg zurück auf den Bildschirm. Zumindest in den USA scheint der neue „MacGyver“ übrigens gut angekommen zu sein: Eine zweite Staffel wurde schon angekündigt.

Fazit: Für alte Fans ist der neue MacGyver gewöhnungsbedürftig, aber die Story ist unterhaltsam.

MacGyver, Montag, 19. Juni. 20.15 Uhr auf Sat.1