Prozess

Gina-Lisa Lohfink erneut vor Gericht – Fragen und Antworten

Das Model Gina-Lisa Lohfink (Archiv).

Das Model Gina-Lisa Lohfink (Archiv).

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Vor einem halben Jahr wurde Gina-Lisa Lohfink verurteilt. Nun startet die Revision. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Prozess.

Berlin.  Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung verurteilt wurde. Am Freitagvormittag kommt der Fall in Revision vor das Berliner Kammergericht.

Zuletzt war Lohfink im Dschungelcamp zu sehen. Dort habe sie sich gut erholt, sagte ihr Anwalt Burkhard Benecken. Deshalb habe sie jetzt auch Kraft für die neue Verhandlung und werde persönlich kommen, so Benecken. Das Gericht hatte Lohfink das Erscheinen freigestellt. Hier die wichtigsten Fragen zum Prozess:

Worum geht es?

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte Lohfink im August 2016 wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Sie hatte behauptet, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Dafür sah das Gericht aber keine Anhaltspunkte. Gegen die Verurteilung wendet sich Lohfink mit der Revision.

Was ist eine Revision?

In einem solchen Prozess werden keine neuen Beweise erhoben und keine Zeugen gehört. „Das Urteil wird auf Rechtsfehler untersucht“, sagt Gerichtssprecherin Lisa Jani. Die Verteidiger Lohfinks hatten zunächst Berufung eingelegt, wodurch der Fall mit Zeugen komplett neu aufgerollt worden wäre. Dann entschieden sie sich für die Revision.

Was stand im Urteil?

Amtsrichterin Antje Ebner sagte in der Urteilsbegründung, Lohfink habe bewusst gelogen. Der Sex mit beiden Männern im Juni 2012 sei einvernehmlich gewesen. Sie habe den Männern aber signalisiert, dass sie beim Sex nicht gefilmt werden wollte.

Die Männer hatten Strafbefehle wegen Verbreitung der Sex-Videos bekommen. Dass Lohfink in der umstrittenen Nacht K.-o.-Tropfen verabreicht bekam, hatte ein Gutachter ausgeschlossen.

Ist wieder mit großem öffentlichen Interesse zu rechnen?

Ja, sagt die Gerichtssprecherin. Die Verhandlung findet in einem großen Saal statt. Zunächst hatten Lohfinks Anwälte angekündigt, dass das Model nicht zu einer neuen Verhandlung kommt.

Die psychische Belastung im ersten Prozess sei für Lohfink enorm gewesen. Über den Prozess und Lohfink wurde deutschlandweit diskutiert. Die einen sahen das Model als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, andere vermuteten eine inszenierte Tränenshow.

Wird der Prozess lange dauern?

Voraussichtlich nicht. Es ist nur ein Verhandlungstag am Freitag angesetzt.

Was hat Lohfink im Dschungelcamp gemacht?

In der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ war Lohfink im Januar als fünfte Kandidatin der insgesamt zwölf in der elften Staffel ausgeschieden. Zum Auftakt sagte sie: „Ich finde die Menschen schlimmer als die Tiere.“ Früher einmal war sie Kandidatin bei der Sendung „Germany’s next Topmodel“ gewesen. (dpa)