RTL-Show

Anja Polzer verrät: Das läuft hinter den „Bachelor“-Kulissen

Lesedauer: 5 Minuten
Diese 22 Frauen kämpfen 2017 um das Herz des „Bachelors“: Silvana, Jana, Fabienne, Clea-Lacy, Anna, Susanna, Jannika, Erika, Lisa, Caro und Cara (Hintere Reihe v.l.), Chloe, Viola, Tina S., Alesa, Tina B., Evelin, Julia F., Julia P., Inci, Sabrina und Kattia (sitzend v.l.).

Diese 22 Frauen kämpfen 2017 um das Herz des „Bachelors“: Silvana, Jana, Fabienne, Clea-Lacy, Anna, Susanna, Jannika, Erika, Lisa, Caro und Cara (Hintere Reihe v.l.), Chloe, Viola, Tina S., Alesa, Tina B., Evelin, Julia F., Julia P., Inci, Sabrina und Kattia (sitzend v.l.).

Foto: RTL / Tom Clark

Anja Polzer gewann 2012 das Herz von „Bachelor“ Paul Janke. Sie berichtet, wie es in der Show ablief, was erlaubt war und was nicht.

Berlin.  „Alle wollen ihn. Nur eine kriegt ihn.“ Worte, die treuen RTL-Zuschauer bekannt sein dürften. Denn sie fallen im Trailer zu „Der Bachelor“ regelmäßig – auch in diesem Jahr. Aber was treibt Frauen dazu, an dem umstrittenen TV-Format teilzunehmen? Wir haben mit Anja Polzer, der Gewinnerin der zweiten Staffel aus dem Jahr 2012, gesprochen.

Die damalige Staffel war die erste nach neunjähriger Pause und dementsprechend unbedarft und ohne große Erwartungen gingen die Kandidatinnen an die Sache ran.

Der Weg zur Bewerbung:

Im Fall von Anja Polzer kam alles eher zufällig zustande. Eine klassische Bewerbung gab es nicht. Sie wurde auf einer After-Work-Party in Karlsruhe von einem Casting-Team angesprochen. „Wenn es nur über den Weg der Bewerbung gegangen wäre, wäre ich wahrscheinlich nie dort gelandet“, sagt sie unserer Redaktion. „Ich wurde wirklich aktiv angesprochen und habe dann erst den ganzen Casting-Prozess durchlaufen“. Für sie war „das so just for fun“.

Die Beweggründe:

Den Traumprinzen finden und mit ihm in den Sonnenuntergang reiten – das erwarten letztendlich wohl die wenigsten von ihrer Teilnahme. Auch Anja Polzer nahm es mit der Traummannsuche nicht so ernst. „Ich dachte mir: ‘Cool, Südafrika! Da wollte ich eh schon immer mal hin, das wird sicher ein riesiger Spaß’. Ich habe nicht gedacht, dass ich da vielleicht die Liebe meines Lebens kennenlerne. Klar, die Option besteht sicherlich, aber ich hatte mir keine Hoffnungen gemacht.“

2012 ahnte außerdem wohl kaum jemand, was eine Teilnahme an solch einem Format bedeuten kann. Heutzutage sieht das natürlich anders aus. Bereits ab 2013 spielte bei vielen Kandidatinnen vor allem der Wunsch nach Ruhm eine Rolle.

Die Casting-Phase:

Auch beim Bachelor durchlaufen die Kandidatinnen einen klassischen Casting-Prozess. „Zunächst gab es einen Bewerbungsbogen. Da gibt man schon viel von sich preis“, sagt Polzer. „Es ist ja auch klar, jemand der dort nichts über sich preisgibt, der passt auch nicht in so eine Sendung.“ Anschließend gab es ein erstes Telefon-, danach ein Videointerview, anschließend das persönliche Casting. Im Falle von Anja Polzer gab es direkt danach die Zusage.

Die Dreharbeiten:

„Man darf sich das vorstellen wie in einem Landschulheim oder in einer Mädchenschule“, sagt Polzer. 20 Frauen ziehen in eine Villa ein – heute sind es 22 – und werden von der Außenwelt abgeschirmt. Keine Handys, keine Laptops, kein Internet. Auch Fernsehen, Bücher oder MP3-Player sind tabu. Schließlich sollen sich die Damen voll und ganz auf den Mann konzentrieren. Und eines ist natürlich klar: Unter diesen Umständen kommt es unweigerlich zu Konflikten innerhalb der Gruppe – genau wie im Dschungelcamp.

Auch sonst gab es einige Regeln zu beachten. Das Tragen eines Mikrofons war Pflicht. „Man muss sich das ein bisschen wie bei ,Big Brother’ vorstellen. Es gab Mikrofon-Zeiten von etwa neun bis 20 Uhr. Das wusste man auch von vornherein“, berichtet die einstige Kandidatin. Lediglich beim Duschen, auf der Toilette oder abends im Bett musste man es nicht tragen.

Ansonsten standen verschiedene Dates mit dem Bachelor auf dem Plan: Gruppen- und Einzeldates. Wer nicht zu einem Treffen geladen wurde, hatte Freizeit – oder musste zum Interview anrücken. Freizeit bedeutete aber nicht Freiheit. „Man konnte nicht einfach an den Strand gehen. Das ging alleine schon aus Sicherheitsgründen nicht.“ Und im Zweifelsfall musste man ohnehin abrufbar sein, denn das ist Teil der Sendung und somit Teil des Jobs.

Der plötzliche „Ruhm“:

Von einem Tag auf den anderen stehen die Kandidaten im Fokus der Öffentlichkeit. Nach den vergangenen Staffeln wissen die Teilnehmerinnen, worauf sie sich einlassen. Was alles möglich ist, hat Siegerin Anja Polzer ihnen vorgelebt. Es folgten TV-Auftritte, Werbekooperationen, ein Playboy-Shooting, eine eigene Handtaschenkollektion und Einladungen zu glamourösen Veranstaltungen inklusive dem obligatorischen Auftritt auf dem roten Teppich. Allerdings: „Sich nur mit ,Der Bachelor’ in den Medien zu halten, ist nicht so einfach. Ich glaube, das verkennen viele. Man muss sich immer neu erfinden.“

Perfektioniert hat genau das wohl Angelina Heger. Sie war 2014 „Bachelor“-Kandidatin, kam später mit Schauspieler Rocco Stark zusammen und angelte sich anschließend Leonard Freier, den „Bachelor“ aus dem Jahr 2016. Liiert sind die beiden aber nicht mehr.

Was die Kandidatinnen an der Show reizt:

„Ich glaube mittlerweile ist es für die Kandidatinnen nur noch ein Sprungbrett. Die Kandidatinnen nutzen die Show gezielt, um danach in den Medien weiterhin präsent zu bleiben.“ Dass jemand wirklich teilnimmt, um die große Liebe zu finden, kann sie sich nicht vorstellen. „Es haben ja jetzt alle schon Fan-Seiten und ihre Bookings haben sie auch bereits klar gemacht. Just for fun, wie wir damals, nimmt niemand mehr teil.“