ZDF-Reihe

„Terra X“ lüftet seit 35 Jahren die Geheimnisse der Welt

Den „Terra X“-Filmern gelingen Aufnahmen wie die vom extrem seltenen Schneeleoparden.

Den „Terra X“-Filmern gelingen Aufnahmen wie die vom extrem seltenen Schneeleoparden.

Foto: David Willis / ZDF und David Willis

Tiere, Natur, Geschichte: Vor 35 Jahren lief die erste Folge der ZDF-Reihe „Terra X“. Eine Folge kostet im Durchschnitt 300.000 Euro.

Essen.  Alles begann in der Südsee. Damals, am 17. Januar 1982 – heute vor 35 Jahren. Es war der Beginn einer der erfolgreichsten Fernsehreihen Deutschlands: „Terra X“. „Südseeinseln aus Götterhand“ war der Titel der ersten Dokumentation. Gottfried Kirchner, der Erfinder der Reihe, führte die Zuschauer damals nach Mikronesien und Polynesien.

Wer sich diesen ersten „Terra X“-Film jetzt noch einmal ansieht, braucht Geduld. Nach heutigen Fernsehmaßstäben erzählte Kirchner recht langsam vom Leben der Ureinwohner. Lange Kameraflüge vermittelten den Eindruck eines fernen Paradieses. Und doch zeigt schon dieser Film Ansätze von dem, was die Dokumentationsreihe bis heute auszeichnet: Sie zeigt einen neugierigen und positiven Blick auf die Welt und ihre Geheimnisse.

300.000 Euro für eine Folge

Der Aufwand dahinter ist enorm. Etwa 30 Mitarbeiter kümmern sich beim ZDF um die Reihe. Hinzu kommen unzählige freie Filmer und Produzenten. Von der Planung eines Films bis zur Ausstrahlung können schon einmal zwei Jahre vergehen. „Die Drehbücher für viele Dokumentationen sind heute so aufwendig, wie für Spielfilme“, erklärt Georg Graffe, Redaktionsleiter beim ZDF. Mit Schauspielern gedrehte Spielszenen gehören heute bei historischen Dokumentationen zum Standard.

Denn auch eine Reihe wie „Terra X“ muss mit der Zeit gehen. „Wir haben unser Themenspektrum immer mehr erweitert“, sagt Graffe. „Früher lag der Schwerpunkt auf Archäologie. Heute haben wir alles dabei. Bis hin zum Tierfilm.“ Dabei kommt es vor allem auf eins an: „,Terra X‘-Filme müssen optisch gut gestaltet sein“, sagt Graffe. Und das lässt sich das ZDF etwas kosten. Im Durchschnitt 300.000 Euro zahlt der Sender für eine Folge.

Wenig junge Zuschauer

Hinzu kommen Co-Produktionen, wie mit der britischen BBC für die Reihe „Eine Erde – Viele Welten“, die derzeit sonntags um 19.30 Uhr gesendet wird. Aus Quotensicht scheint sich der Aufwand zu lohnen. Zwischen vier und fünf Millionen Zuschauer sehen jeden Sonntag zu – und auch die jährlich mehr als 3000 Wiederholungen auf ZDF Neo, 3Sat oder Phoenix erreichen ihr Publikum.

Und doch treibt die Macher eine Sorge um: „Wir verlieren jüngere Zuschauer“, sagt Graffe. Zusatzangebote im Internet und eine neugestaltete Mediathek sollen helfen. Dazu setzt der Sender auf die Marke. Seit einigen Jahren gibt es die Sendung „Terra Xpress“, an Kinder richtet sich „Terra MaX“. Und dann gibt es Prominente, die für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen sollen.

Geschichte der Migration

Maximilian Schell präsentierte „Große Imperien“, Senta Berger die „Geschichte der Schönheit“. Aber besonders erfolgreich war 2011 Hape Kerkelings Reise durch die Weltgeschichte, in der er unter anderem selbst als Kleopatra oder Gorbatschow zu sehen war. Große Namen ziehen eben auch im Wissenschafts-TV.

2017 haben Georg Graffe und sein Team bereits durchgeplant: „Die Reformation und insbesondere Europa werden bei uns große Themen sein. Aber wir werden uns auch mit dem deutschen Wald, Wölfen, dem Islam und der Geschichte der Migration beschäftigen.“