„Undercover Boss“

Musical-Manager Maik Klokow: Das ging ins Auge

Maik Klokow (Mitte) ist Chef der Produktionsfirma hinter dem „Starlight Express“. Für RTL ging er als „Undercover Boss“ hinter die Kulissen.

Maik Klokow (Mitte) ist Chef der Produktionsfirma hinter dem „Starlight Express“. Für RTL ging er als „Undercover Boss“ hinter die Kulissen.

Foto: Mehr! Entertainment Gruppe / RTL

Er ist bei RTL der „Undercover Boss“: Maik Klokow schlich sich bei „Starlight Express“ ein – ein gut geschmierter Staffelstart.

Bochum.  Was für ein Glückspilz, dieser Maik Klokow! Bei seinem Einsatz als „Undercover Boss“ am Montagabend kriegt er nur ein Mal eins aufs Auge – welch’ hervorragende Bilanz! Schließlich lässt sich ein Rollschuh im Gesicht doch wesentlich besser verkraften als Mitarbeiter, die das Faulsein erfunden haben. Oder ein Finanzloch. Geschweige denn ganz andere Baustellen, die im betrieblichen Alltag für mächtig Ärger sorgen können.

Zum Staffelauftakt der Show hat sich RTL eine Folge ausgesucht, in der alles so geschmiert läuft wie die sorgfältig gewarteten Rollen der „Starlight Express“-Entertainer. Das Musical steht dieses Mal im Mittelpunkt: Maik Klokow ist Inhaber und Geschäftsführer der Düsseldorfer Mehr!-Entertainment-Gruppe, die nach eigenen Angaben jährlich 2000 Theater, Shows und Konzerte in ganz Deutschland auf die Bühne bringt; darunter auch der in Bochum beheimatete „Starlight Express“. Genau dort will sich der 52-jährige Unternehmer als Erstes einschleusen, inkognito selbstverständlich. Mal schauen, „ob tatsächlich alles so eingespielt und eingeschliffen ist“, wie er glaubt.

Der Chef tarnt sich als Praktikant mit Bauchspeck

Verwandelt mit Haarschnitt im Millimetermaß, falschem Speckbauch und extra für die Show gestochenem Ohrring blickt er als Praktikant Jörn Walter hinter die Kulissen. Und siehe da, es läuft, egal, wohin es ihn verschlägt – ob in die Rollschuhwerkstatt, die Maske oder den Kostümbereich. Während sich Klokow beim Waschen der Perücke von Bauch- und Schwanzhaar eines Büffels schwer tut, frisiert Maskenbildnerin Julia die Haarpracht wie ein Profi.

Aber der Boss ist in Wahrheit ja auch gelernter Maurer, wie der Zuschauer neben vielen weiteren Fakten zu seinem Leben unweigerlich erfährt, da hat er’s nicht so mit dem Strähnchen-Wickeln. Dafür sind in seinem Betrieb erfahrene Kräfte am Werk, so wie Vollblut-Rollschuhwerkler Dirk, der den vermeintlichen Praktikanten in die Geheimnisse der pyrotechnischen Raffinessen einweist und dabei so hochmotiviert ist, wie es sich der Cheffe wünscht. „Die Stars sind auch hinter der Bühne!“, freut sich Klokow.

Auch die Liebe spielt mit

Überhaupt hat der Unternehmer wenig Grund zum Grummeln. Seine Angestellten begeistern ihn durchweg mit ihrer Professionalität, und das in allen Bereichen des Betriebs. Was will ein Chef mehr? Sogar von Amor am Arbeitsplatz erfährt er! Kostümdresserin Sabrina hat ihren Mann nämlich beim Musical kennengelernt.

Bühnenarbeiter Thomas hilft Klokow in Hamburg bei der Bestuhlung eines Orchesterauftritts, als ihm neben einer unpraktischen Rampe (und zuvor etwas Hitze in der Maske) das einzig echte Ärgernis auffällt: Ein Mitarbeiter verkratzt den Boden des neuen Theaters mit einem Posaunenkoffer. „Da musste ich ‚Undercoverboss‘ fast zum Platzen bringen!“, klagt Kolkow, doch er kann sich – puh! – gerade noch beherrschen. Hätte ja auch schlimmer kommen können, oder?

Vieles wirkt wie eine Werbesendung

Für den Zuschauer mag eine Folge „Undercover Boss“ mit einer solch einwandfrei funktionierenden Firma nicht ganz so spannend sein wie eine, in der der Vorgesetzte zum Tyrann wird. Zumal sich bei zu viel Perfektion auch diesmal ein wenig der Eindruck einer Dauerwerbesendung für das entsprechende Unternehmen einstellt.

Doch rührend ist es allemal, als Maik Klokow am Schluss der Show nicht nur herzerwärmende Komplimente, sondern auch noch Geschenke verteilt – und was für welche! Großzügiger geht es gar nicht: Dirk darf nach Las Vegas fliegen, um wie erhofft sein Ehegelöbnis zu erneuern, Thomas bekommt nicht nur eine neue Rampe im Theater, sondern düst samt Nachwuchs auch noch nach New York (Klokow: „Jemanden wie dich zu finden, ist fast unmöglich“). Julia wird in einem Workshop in die neuesten Techniken der Maskenbildnerei eintauchen und eine neue Klimaanlage fürs Büro bekommen, während Sabrina zwei Jahre auf Kosten des Chefs einen Kombi fahren darf. Ganz schöne Glückspilze.

Die aktuelle Folge von „Undercover Boss“ sehen sie in der RTL-Mediathek.