Gameshow

„Glücksrad“-Comeback: Darum stehen Zuschauer auf Nostalgie

Jan Hahn ist der neue Moderator beim „Glücksrad“.

Jan Hahn ist der neue Moderator beim „Glücksrad“.

Foto: RTLplus / Frank W. Hempel

RTLplus holt mit „Glücksrad“ den Klassiker der Gameshows zurück. Der neue Moderator Jan Hahn erklärt im Interview den Nostalgie-Hype.

Berlin.  Schon lange ist Retro wieder voll im Kommen. Nicht nur bei Mode, Möbeln und Musik, sondern auch im Fernsehen. Vor allem RTLplus lässt nun alte Gameshows wieder aufleben. Am Montagabend startete der Sender mit einer Neuauflage vom „Glücksrad“. Aber in der Show bleibt nicht alles beim Alten. Was sich alles geändert hat, erzählt der neue „Glücksrad“-Moderator Jan Hahn unserer Redaktion im Interview.

Vor Kurzem waren Sie noch im Sat.1-Frühstücksfernsehen als Moderator zu sehen. Wie fühlt sich der Sprung zu RTLplus und „Glücksrad“ für Sie an?

Jan Hahn: „Für mich fühlt sich das sehr gut an. RTL hat mich unglaublich herzlich aufgenommen und ich freue mich darüber, das Glücksrad zu moderieren, weil die Show so vieles vereint. Viele kennen die Sendung noch von früher. Auch wenn wir die Show etwas modernisiert haben, ist es wie eine kleine Reise zurück in eine vergangene Zeit, in der sich die Menschen wohl gefühlt haben.

‚Glücksrad‘ lieben die Zuschauer auf der ganzen Welt. In Amerika ist es eine der erfolgreichsten und größten Gameshows, die es schon seit 33 Jahren am Stück gibt. Es läuft außerdem in ganz Europa oder läuft in Kürze wieder an.

Was verbinden Sie selbst mit dem Glücksrad?

Hahn: Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen unsicher sind, Angst haben und nicht wissen, wie es im Land und bei Ihnen persönlich weitergeht. Mit ,Glücksrad’ können wir ein Gefühl zurückholen, das vertraut ist. Das ist die Art Fernsehen, die das Leben schön und gut gemacht hat. Und wenn man die Show heute wieder sieht, ist das für die Zuschauer hoffentlich wie eine Reise zurück in gute Zeiten.

Haben Sie es früher selbst geguckt?

Hahn: Ich würde gerne mal jemanden treffen, der es früher nicht geguckt hat! Ich habe das Gefühl, dass jeder Glücksrad irgendwann einmal gesehen hat. Das ist bei einer Sendung, die so lange lief auch sehr wahrscheinlich. Im Freundeskreis habe ich sogar von jemandem gehört, der da mitgemacht hat. Da werden gerne Geschichten aus der alten Zeit erzählt.

Sind noch weitere Projekte bei RTL geplant?

Hahn: ‚Glücksrad‘ ist ein erster Baustein. Wir haben kürzlich mit der Produktion zu ‚This Time – Next Year‘ für die RTL Prime-Time begonnen. Das wird tatsächlich etwas, von dem ich glaube, dass die Leute am nächsten Tag darüber sprechen werden.“

Wann kommt die Show und worum geht es?

Hahn: ‚This Time – Next Year‘ läuft voraussichtlich im Herbst 2017. Den ersten Teil haben wir bereits produziert – und das ist schon unfassbar emotional gewesen. Zu mir sind Menschen mit Zielen in die Show gekommen, die sie endlich erreichen möchten und Träumen, die sie sich erfüllen wollen. Der Gedanke der Show ist: Wenn man alles öffentlich macht, ist das wie ein Versprechen, das einen verpflichtet. In einem Jahr kommen die Menschen dann wieder in die Show und wir sehen, ob sie ihr Ziel erreichen konnten. Nachdem ich alle Gäste kennengelernt habe, wünsche ich mir wirklich sehr, dass sie es alle schaffen und nicht aufgeben. Ich bin unglaublich gespannt.

Das Format kommt aus England. Dort sind sie bereits ein Jahr weiter und konnten schon Ergebnisse sehen. Beim Anschauen von ‚This Time – Next Year‘ habe ich Gänsehaut bekommen.

Was ist neu am „Glücksrad“?

Hahn: Heute wird Fernsehen ein wenig anders gemacht als früher. Wir haben eine andere Farbwelt und sind insgesamt schneller. Es ist jetzt einfach eine moderne Gameshow ohne das vertraute Spielprinzip zu verlieren. Der Zuschauer kann sofort mitraten. Eine weitere Neuerung: Es gibt keine Sachpreise mehr – weder Staubsauger noch Föhn. Stattdessen kommen immer wieder witzige Geschichten ans Tageslicht, weil ich mich mit den Kandidaten natürlich auch unterhalte. Auch die Ratewand ist neu und mittlerweile digital. Und natürlich ist Isabel Edvardsson neu – als charmante Glücksfee.

Wie ist es für jemanden, der das alte „Glücksrad“ nicht kennt?

Hahn: Ich habe die Sendung zuhause mit meinen Kindern geschaut und die kannten das nicht. Sie haben aber sofort mitgemacht. Es gab keine Fragen dazu. Das hat mir gezeigt, dass sich die Sendung ganz schnell erklärt.

Schlägt sich Isabel Edvardsson gut als Buchstabenfee?

Hahn: Auf jeden Fall. Wir haben ganz lustige Momente. Isabel lernt durch das ‚Glücksrad‘ auch ein wenig Deutsch, wie sie immer wieder sagt. Und sie sieht natürlich super aus. Sie erfüllt alle Kriterien einer 1A-Buchstabenfee.

Wie viele „Glücksrad“-Folgen sind bislang geplant?

Hahn: Erst einmal 60.

Gibt es eine Option auf Verlängerung?

Hahn: Ich wünsche mir das natürlich und hoffe, dass es vielen Zuschauern gefällt. Ich bin ohnehin erstaunt, wie viele Leute RTLplus nach kürzester Zeit bereits eingeschaltet haben, obwohl es noch nicht überall empfangbar ist. Außerdem gibt es auch noch die Samstagsausstrahlung bei RTL.

Woher kommt Ihrer Meinung nach die Nostalgie-Begeisterung der Zuschauer?

Hahn: Man kann vielleicht eine Parallele zur Musik ziehen. Der Song ‚Ain’t nobody‘ wird alle paar Jahre wieder neuaufgelegt. Immer wieder gibt es Leute, die ihn dann zum ersten Mal hören und sich denken ‚was für ein geiler Song‘. Dabei hat er eine Tradition und Geschichte. Bei den TV-Formaten ist es ganz ähnlich. Nun werden sie einfach in die heutige Zeit geholt.

RTLplus, montags bis freitags, um 19.25 Uhr