ARD-Krimi

Rostocker „Polizeiruf“-Duo kommt sich endlich näher

Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) verfolgen den Kokain-Grossisten Lewandowski.

Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) verfolgen den Kokain-Grossisten Lewandowski.

Foto: Christine Schroeder / dpa

König und Bukow sind seit mehr als sechs Jahren im „Polizeiruf 110“ auf Verbrecherjagd. In Rostock sind sie diesmal hinter Mafiosi her.

Berlin.  Wie lange haben wir auf diesen Moment gewartet? Seit mehr als sechs Jahren ermitteln Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) für den „Polizeiruf“ in Rostock – doch für mehr als ein halbwegs kollegiales Verhältnis hat es zwischen den beiden Einzelgängern nie gereicht. In dieser Folge nun verbringen sie einen jener Abende, die mit viel Schnaps und körperlicher Nähe enden. Doch wer die beiden kennt, der ahnt schon: Daraus kann nichts werden.

Denn so erfolgreich der Hauptkommissar und die Profilerin auch beruflich sind, so instabil geht es in ihrem Privatleben zu. Bukow lebt getrennt von seiner Familie und muss sich mit den Kindern befassen, die darunter leiden. Und bei der eigenwilligen König hat es noch kein Mann lange ausgehalten. Vielleicht wären die beiden wie geschaffen füreinander – aber womöglich wäre es dann auch mit der besonderen Chemie vorbei, die sie als Ermittlerduo so schön kauzig macht.

Gleich zu Anfang müssen drei Menschen dran glauben

Es geht wild zu in Rostock dieses Mal, schon in der ersten Viertelstunde müssen drei Menschen dran glauben. Nach einer verdeckten Ermittlung soll ein Drogenkurier mit einem Koffer voll Kokain gestellt werden. Doch der Einsatz gerät zum Desaster: Der Kurier wird erschossen, eine Informantin findet man tot in ihrer Wohnung – und wenige Stunden später wird auch noch der Einsatzleiter mit zwei Kugeln ins Jenseits geschickt.

Die Spur führt ins Milieu der kalabrischen Mafia, der ’Ndrangheta, die den hansestädtischen Hafen als Knotenpunkt für die Vertriebsrouten in Richtung Skandinavien nutzt. Aber würde sich die Mafia wirklich mit einem toten Polizisten selbst ins Visier von Ermittlungen rücken? Warum wurde der Schreibtisch des ermordeten Einsatzleiters aufgebrochen? Bukows und Königs Kollege Anton Pöschel (Andreas Guenther), dessen Affäre mit Bukows Frau diesmal keine Rolle spielt, fängt an, in den eigenen Reihen zu ermitteln. Und findet schnell heraus, dass bei den Kollegen vom Zoll nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Der Kokain-Grossist hat Ambitionen

Bukow und König kümmern sich unterdessen um die organisierte Kriminalität. Deren Hintermänner entsprechen lupenrein dem Klischee, das über sie kursiert: Sie betreiben ein feines italienisches Restaurant, kleiden sich gut, wissen natürlich von überhaupt nichts, solange man ihnen nichts nachweisen kann.

Bei ihnen taucht nun ein alter Bekannter auf: Mirco Lewandowski (Gerdy Zint) schoss vor fünf Jahren in der Folge „Einer trage des anderen Last“ Katrin König ins Koma. Nun verdient er sich als lokaler Kokain-Grossist den Lebensunterhalt – mit Ambitionen im Exportgeschäft.

Fazit: Dieser „Polizeiruf“ spinnt viele Motive voriger Folgen weiter, ohne dabei zu viel vorauszusetzen. Regisseur Philipp Leinemann präsentiert uns Rostock als einen trostlosen Ort mit vielen verlorenen Seelen – und er hält das Niveau, das wir vom „Polizeiruf“ aus Rostock kennen. Man würde sich wünschen, Bukow und König häufiger zu begegnen.

ARD, Sonntag, 16. Oktober, 20.15 Uhr