ARD-Talk

„Hart aber fair“: Röttgen hat Angst vor Trump als Präsident

Frank Plasberg fragte bei "hart aber fair" nach den Gründen für den Erfolg von Donald Trump im US-Wahlkampf.

Frank Plasberg fragte bei "hart aber fair" nach den Gründen für den Erfolg von Donald Trump im US-Wahlkampf.

Foto: imago stock&people

Mit seinem Populismus scheint für Donald Trump im US-Wahlkampf nun alles möglich. Frank Plasberg fragt nach Gründen für seinen Erfolg.

Berlin. Das anfangs Unvorstellbare hat sich bewahrheitet: Als Außenseiter in den US-Wahlkampf gestartet, ist Donald Trump die Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner nicht mehr zu nehmen. Trump, der provoziert und pöbelt, Ängste schürt oder auch mal offen zu Gewalt aufruft. Trump, der mit purem Populismus viele enttäuschte US-Amerikaner überzeugt. Im Montagabend-Talk „Hart aber fair“ im Ersten fragt Frank Plasberg deshalb: „Die Methode Trump – erobern Krawallmacher und Populisten die Macht?“

In reiner Herrenrunde diskutiert Plasberg über „The Donald“. Zu Gast sind CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, Kabarettist Serdar Somuncu, ARD-USA-Korrespondent Ingo Zamperoni, Europa-Korrespondent der Welt-Gruppe, Dirk Schümer, sowie Roger Köppel, Abgeordneter der Schweizer Volkspartei (SVP). Am Ende soll es in dieser Runde nicht nur um den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten selbst gehen. Hitzig diskutieren die fünf Streithähne über Populisten im Allgemeinen und Roger Köppel im Besonderen, die Arroganz der etablierten Parteien, über Zuwanderung, Neonazis und die Politik der Schweizer Volkspartei. Zumindest, wenn Plasberg seine Gäste diskutieren lässt.

Moderator Plasberg lässt Gäste nicht ausreden

Denn allzu oft vergisst er, dass er eigentlich der Moderator ist. Wer nicht seiner Meinung ist, hat es an diesem Abend schwer, seine Sicht der Dinge darzulegen. Vor allem dem Schweizer Köppel fährt Plasberg immer wieder harsch in die Parade, bevor er auch nur einen Satz zu Ende sagen kann. Man muss Köppels Meinung nicht teilen, aber für den Zuschauer wäre es schön gewesen, hätte man Köppels Meinung einmal in Ruhe hören können.

Die geht ungefähr so: Man dürfe Trump-Wähler nicht als Verrückte abstempeln, die einen Verrückten wählen. Vielmehr sei es die Arroganz der Eliten, die ihm die Wähler in die Arme treiben. Ähnlich verhalte es sich – in kleinerem Ausmaß – auch mit Deutschen, die die AfD wählten. Der Zulauf zu Populisten sei Ausdruck der Unzufriedenheit mit dem Establishment. Erst die Ignoranz der etablierten Parteien gegenüber den Sorgen der Bürger – etwa beim Thema Zuwanderung – schüre Extremismus.

Röttgen reagiert souverän auf Köppels Kritik

Der Rest der Worte geht im Protest von Serdar Somuncu und Frank Plasberg unter. Insgesamt souveräner und weniger trotzig als viele seiner Mitstreithähne reagiert Norbert Röttgen – und sichert sich mehrmals Applaus und Zustimmung aus dem Publikum. Die Schuldzuweisung Köppels, die Regierung trüge eine Mitverantwortung an Übergriffen auf Asylbewerberheime, wertet der CDU-Politiker als „Legitimierung von übelster und gefährlichster Gewalt“. Denn Täter könnten sich auf diese Entschuldigung berufen: „Ich bin nicht der Böse, ich bin nur frustriert. Ich verdiene zu wenig, darum darf ich das Asylbewerberheim in Brand setzen, weil Schuld bin nicht ich, sondern die Regierung.“

Zu Trump sagt er: „Er ist die Stimme der großen Wut.“ Die Wut der Bürger darüber, mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen von der Regierung allein gelassen worden zu sein. Und Röttgen gibt zu, Angst zu haben. Die Vorstellung, Trump könnte es als Präsident ins Weiße Haus schaffen, sei mehr als