Fernsehen

Im Namen der Rose: Wer ist die Richtige für den Bachelor?

Leonard genießt die Zweisamkeit mit Finalistin Daniela kurz vor seiner Entscheidung – für oder gegen sie.

Leonard genießt die Zweisamkeit mit Finalistin Daniela kurz vor seiner Entscheidung – für oder gegen sie.

Foto: RTL

Das Finale von „Der Bachelor“ bei RTL steht bevor. Junggeselle Leonard denkt an seine Wahl – und an die Karriere nach der Fernseh-Show.

Berlin.  Kurz vor dem Finale, der Nacht der Rosen, wie diese in der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“ so schön heißt, setzt Kandidatin Leonie (24) nach viel unschuldigem Augenklimpern nun auf emotionale Erpressung. „Ich denke, dass es mir sehr nahe gehen würde, wenn du dich nicht für mich entscheiden würdest“, nörgelt sie. Der Bachelor schweigt dazu. Wohl aus dramaturgischen Gründen.

Denn am heutigen Mittwoch (21.15 Uhr) muss sich der Berliner Versicherungsangestellte Leonard Freier (31) alias der Bachelor für eine von den zwei verbliebenen Damen entscheiden. Dass sich die zwei platinblonden Ladys optisch kaum voneinander unterscheiden, ist dabei offenbar nur dem Zuschauer aufgefallen. Denn Leonard Freier macht sich die Entscheidung zwischen der Handelsfachwirtin Leonie (25) und der Studentin Daniela (24) ganz ganz schwer. „Ich habe Gefühle für beide“, seufzt er im Vorspann. Seinen Liebsten in den kurzen Kleidern bleibt während des Entscheidungsfindungsprozesses des einzig wahren Single-Mannes nichts anderes, als am beleuchteten Pool an ihre Prosecco-Gläser gekrallt zu warten, und den Feminismus gleich mit zu Grabe zu tragen.

Die Vorlage für den Bachelor kommt aus den USA

Darf man also als moderne Frau oder aufgeklärter Mann ganz aus Versehen in den „Bachelor“ reinzappen und womöglich auch noch hängenbleiben? Stellen wir die Frage zurück und werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Sendung: „Der Bachelor“ ist ursprünglich eine Produktion des US-Senders ABC, die im Jahre 2003 von den USA nach Deutschland importiert wurde und RTL seitdem solide Quoten beschert. An dem Konzept der Show hat sich seit dem Start kaum etwas geändert.

Zwei Dutzend Kandidatinnen werden in der ersten Folge per Limousine wie Luxusprostituierte in eine Villa gekarrt, auf deren Terrasse sie wenig später mit dem Bachelor anstoßen dürfen. Den Single-Mann gilt es dann rund acht Wochen lang bei Bootsfahrten und Sonnenuntergängen zu umwerben. Dabei fließen die Tränen, fliegen die Sprüche und künstlichen Haarteile. Für den Zuschauer ist es eine Mischung aus Grusel, Faszination, Voyeurismus – wie bei jeder anderen Realityshow auch. „Ich empfinde es als billig und nuttig, wenn 25 Frauen um einen Mann buhlen“, schimpfte der mittlerweile verstorbene Sänger Udo Jürgens über die erste Staffel. Das Jugendmagazin „Vice“ kommentiert dagegen rund zehn Jahre später die aktuelle Staffel genau andersherum. „Ein komplett austauschbarer Typ beobachtet Frauen dabei, wie sie sich streiten und fragt ab und an nach, ob er Sponsorenschampus nachschenken darf. Wer ist jetzt hier das Opfer?“

Bachelor Leonard Freier feilt schon an Medien-Karriere

Als Opfer jedenfalls sieht sich Leonard Freier, der im brandenburgischen Stahnsdorf lebt, beileibe nicht. Eher als Gewinner, der aus seiner Medienpräsenz jetzt Kapital schlagen will. „Ab sofort steht Leonard Freier für ausgesuchte Events zur Verfügung“, lässt seine neue Agentur ausrichten. Und die Frage, ob man einschalten darf bei diesem Kuppelspektakel, ist damit wohl auch beantwortet. Ob man es tut oder nicht – ein Wiedersehen mit Leonard Freier ist spätestens bei einer der zahlreichen RTL-Shows (quasi) garantiert.