Tanzshow

Nastassja Kinski zeigt bei „Let’s Dance“ ihre neue Seite

Ein schönes Paar auf dem Parkett: Schauspielerin Nastassja Kinski und Profitänzer Christian Polanc.

Ein schönes Paar auf dem Parkett: Schauspielerin Nastassja Kinski und Profitänzer Christian Polanc.

Foto: Stefan Gregorowius / RTL / Stefan Gregorowius

Bei „Let’s Dance“ ist ab Freitag unter anderem Hollywood-Star Nastassja Kinski zu sehen. Ihr Show-Partner hält sie für sehr talentiert.

Köln.  Hätte man auch nicht gedacht, dass man sie hier mal trifft. Eine Tanzschule in Köln, erster Stock, 120 Quadratmeter Parkett, viele Spiegel und eine Discokugel an der Decke. Kurz nach zehn ist es, da kommt Nastassja Kinski im langen schwarzen Kleid auf Strümpfen die Treppe herauf.

Im Saal warten bereits die Fotografen, aber Kinski biegt erst einmal ab zu einer der Sitzecken. Dort kramt sie ein Paar goldene Tanzschuhe hervor, schlüpft hinein, bläst einmal kurz in die Wangen und verziert das bisher leicht genervte Gesicht durch ein Lächeln. Dann geht sie zu ihrem Tanzpartner Christian Polanc auf die Tanzfläche, und das Blitzlichtgewitter der Fotografen beginnt. Herzlich willkommen bei „Let’s Dance“ (RTL, Freitag, 20.15 Uhr).

1979 erhielt sie einen Golden Globe für „Tess“

Sie kennt das ja, sie hat das alles schon früh erlebt. 15 ist sie, als die Rolle der frühreifen Sina in dem heute gerne „legendär“ genannten Tatort „Reifezeugnis“ sie über Nacht berühmt macht. Sie dreht mit Roman Polanski und Wim Wenders. 1979 bekommt sie einen Golden Globe als Beste Nachwuchsdarstellerin für den Film „Tess“. 2016 kann sie einen „Dancing Star“ bekommen, wenn sie die Staffel gewinnt. Plus eine Gage, über die nicht gesprochen wird. Wenig wird es nicht sein, Kinski dürfte für die Tanzshow ungefähr das sein, was Brigitte Nielsen für das Dschungelcamp war: der Star aus dem fernen Hollywood. Auch wenn dieser Star mittlerweile mehr vom großen Namen, denn von großen Erfolgen in jüngerer Zeit lebt.

„Ja“, wird sie später sagen, sie kenne die Show in der US-Version. Aber irgendwie habe sie da im Vorfeld wohl etwas falsch verstanden, gibt sie zu. „Ich dachte, jeder Teilnehmer tanzt einmal alle Tänze und am Ende hat einer gewonnen.“ Mittlerweile weiß sie, dass die Sache ein wenig anders läuft. Auch hat sie mit klassischem Paartanz bisher keine Erfahrung gesammelt. „Es ist schön, dass es nicht einfach ist“, findet die 55-Jährige. Zumal das Training sich offenbar lohnt. Wenn man an einem Tanz dranbleibe, „geht die Sache manchmal plötzlich auf wie eine Blume und wird wunderschön. So etwas habe ich schon immer gemocht.“

Respekt vor dem Live-Publikum

Respekt hat Kinski vor dem großen Livepublikum, das von Freitag an rund um die Tanzfläche sitzt. „Intensiv“ und „aufregend“ werde jeder Auftritt werden, glaubt sie und ahnt: „Man ist nervös“. Was sie dagegen tun will? „Alles vergessen und sich mitschwingen lassen.“ Das kann sie nach eigener Einschätzung. „Musik und Tanz waren immer schon in mir.“

Ein paar Schritte haben Polanc und Kinski für die Fotografen nochmal geübt, haben sich in Pose gestellt. Und wenn sie dabei den Kopf etwas schief legt, mit ihren Haaren spielt und von unten die Augen aufschlägt, dann weiß man wieder, warum in den 1970er-Jahren so viele heimlich in die junge Nastassja verschossen waren. Ansonsten stellt man fest, dass man wenig weiß über Frau Kinski, die einst mit dem Filmproduzenten Ibrahim Moussa, später auch mit dem Musiker Quincy Jones verheiratet war und Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn ist. Geht es nach ihr, wird sich das auch nicht ändern. Fragen zum Privatleben und ihrem Vater Klaus beantwortet sie nicht. Nur eines muss mal klar gestellt werden. Dass sie zwischen den Shows jede Woche rüber nach Los Angeles fliegt, „ist ein Gerücht“, sagt sie.

Bleibt zu klären, wie Kinski ihre Chancen sieht. Da lässt sie Christian Polanc antworten, der mit seinen Partnerinnen bereits zwei Mal bei „Let’s Dance“ gesiegt hat. „Es läuft gut“, sagt der 37-Jährige. Natürlich, lässt Nastassja Kinski dann auch durchblicken, würde sie nicht gerne früh ausscheiden. Nicht um sich oder jemand anderem etwas zu beweisen, sondern weil sie offenbar auf den Geschmack gekommen ist. „In erster Linie“, sagt sie, „geht es mir ums Tanzen.“