Model-Show

GNTM-Auftakt mit Juroren-Battle – und skurrilen Models

Friederike – auch Fred genannt – kam in ihren quietschbunten Glücksleggings (rechts).

Friederike – auch Fred genannt – kam in ihren quietschbunten Glücksleggings (rechts).

Foto: Richard Huebner / ProSieben

Heidi Klum sucht wieder „Germany‘s next Topmodel“. Neue Regeln sollen die Staffel auffrischen. Aber hält das Konzept, was es verspricht?

Berlin. Alles neu bei „Germany‘s next Topmodel“ (GNTM). In der elften Staffel gibt es nicht nur einen neuen Juror an Heidi Klums und Thomas Hayos Seite, sondern auch verschärfte Bedingungen. Und überhaupt erscheint das Format mit einem frischen Anstrich.

Während im vergangenen Jahr Heidi Klum und ihre Kollegen noch durch deutsche Städte tingelten, um sich die Kandidatinnen zusammenzusuchen, ging es dieses Mal für die Mädchen vom klassischen „Go See“ direkt auf den Catwalk – wenn sie denn dem kritischen Urteil der Model-Mama standhielten. Denn die begutachtete die Bewerberinnen beim ersten Casting höchstpersönlich. 50 angehende Models durften sich nach dem Testurteil Gut dann den drei Juroren beim „Express yourself Walk“ präsentieren.

Und der Name war Programm. Die Kandidatinnen kamen in den ausgefallensten Kombinationen daher: Vom Samba-Kostüm über den Hippie-Look bis hin zum kurzen Glitzer-Fummel oder bunten Glücks-Leggings war alles dabei. Letztere gehörten der schrägen Kandidatin Fred, die bei ihrem Walk auch noch ihr Lebensmotto zum Besten gab – gesungen, versteht sich.

Sich richtig in Szene zu setzen, muss aber gelernt sein. Die ein oder andere hatte so ihre Probleme mit der gelungenen Selbstdarstellung. Andere strotzten vor Selbstvertrauen. Nur für 30 Mädchen ging die Reise bei GNTM nach dem ersten Walk direkt weiter. Sie mussten anschließend bei einer echten Modenschau über den Catwalk schreiten – in Abendkleidern von Designer Michael Michalsky. Wie praktisch, dass der ja in der Jury sitzt.

Rein in die Abendkleider

Also hieß es: Make-up runter, raus aus den – zum Teil äußerst fragwürdigen Klamotten – und rein in die Designer-Roben. Und dann: Auftritt Boris Entrup! Denn die Mädchen müssen schließlich wissen, wie sie – Achtung! – zum „Sieger-Augenaufschlag“ kommen. Der Make-up-Artist, der selbst mal Juror bei der Casting-Show war, darf also auch 2016 nicht fehlen und weiterhin die Gesichter verschönern. Natürlich mit seiner Make-up-Linie. Product Placement lässt grüßen.

Frisch gestylt musste dann in High Heels über den Laufsteg gestöckelt werden. Immerhin: Das klappte ohne unangenehme Zwischenfälle. Keine Stürze, nur kleinere Stolperer. Die Blogger und Prominenten, wie Jimi Blue Ochsenknecht, im Publikum fanden‘s amüsant. Auch die Jury konnte zufrieden sein. Die schwierigste Entscheidung stand allerdings noch an: Wer ist weiter dabei – und viel wichtiger: in welchem Team?

Bei „Germany‘s next Topmodel“ ist dieses Jahr schließlich alles etwas anders. Künftig werden nicht nur die Models gegeneinander antreten, sondern auch die Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky. Sie stellen sich im Stil von „The Voice“ ein Team aus Models zusammen. Genau wie in den Blind Auditions der Musik-Show kämpfen sie um ihre Favoritinnen. Das letzte Wort liegt jedoch, anders als bei „The Voice“, nicht beim Kandidaten, sondern bei Heidi Klum – zumindest wenn beide für das gleiche Model auf den Buzzer drücken.

24 Mädchen in der nächsten Runde

Nach einigen Wortgefechten standen am Ende die jeweils zwölf Kandidatinnen für Team Michalsky und Team Hayo fest. Sogar die 17-jährige Fred mit ihrer Glücks-Leggings – die sie künftig im Schrank lassen muss – konnte sich über einen Platz im Team vom Designer freuen.

Bis zur Entscheidung war es aber ein langer, langer Weg. Fast drei Stunden dauerte das skurrile und schillernde Model-Spektakel. Und manchmal wird sich der ein oder andere Zuschauer sicher gefragt haben: Bin ich hier eigentlich noch bei GNTM? Denn ausführliche Erläuterungen über abstruse sexuelle Vorlieben von Bewerberinnen beim ersten Casting sind doch eher Topmodel-untypisch. Aber dieses Jahr ist halt alles ein bisschen anders.