Hamburger „Tatort”

Til Schweiger: "Es ist besonders, weil ich spiele"

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Karolin Jacquemain

Ab kommender Woche wird unter anderem in der City Nord der neue Til-Schweiger-"Tatort" gedreht, der reichlich Action verspricht.

Hamburg. Es wird ein in jeder Hinsicht ungewöhnlicher "Tatort", da sind sich alle einig. "Es ist insofern besonders, weil ich das spiele", sagte Til Schweiger gestern auf der Pressekonferenz in der HafenCity, bei der Macher und Team den neuen Hamburg-"Tatort" vorstellten. "Es wäre eine vertane Chance, wenn ich mit Til Schweiger denselben ,Tatort' machen würde wie mit jedem anderen Schauspieler auch", sagte Regisseur Christian Alvart, der von Dienstag an in 24 Drehtagen (etwas mehr als üblich für einen "Tatort") das Drehbuch mit dem Arbeitstitel "... und bist du nicht willig" verfilmt. Schweiger soll als Kommissar Nick Tschauder (Alvart: "eine Figur mit Gebrauchsspuren, kein gelackter Typ") für reichlich Action sorgen. Als "sehr körperlichen Schauspieler" bezeichnete ihn NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber.

Für den speziellen Look des Krimis will man sich weniger auf Orte wie die HafenCity konzentrieren als "auf Ecken mit Patina und harten Kontrasten, wie man sie in der City Nord findet", so Alvart. Schweiger in einer Blankeneser Villa, der den Dienstausweis zückt und nach Alibis fragt - das hätte man sich ohnehin schwer vorstellen können. Stattdessen sind Stuntmen engagiert, das Drehbuch um organisierte Kriminalität ist laut Hauptdarsteller "schnell, spannend, knackig". "Tatort"-Ermittler in Hamburg zu werden, war "erst mal eine Schnapsidee und wurde sehr schnell sehr ernst", sagte Schweiger. Ihm zur Seite steht Fahri Yardim, der demnächst in zwei Filmen des Hamburger Regisseurs Lars Becker zu sehen ist und dort die Herzen und Lacher der Zuschauer auf seiner Seite hat. "Ich werde versuchen, dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit mitzugeben. Gerade harte Themen verlangen einen gewissen Ausgleich. Aber es wird natürlich keine Komödie werden", sagte Yardim, der vor 32 Jahren in Hamburg geboren wurde.

Wann der Film kommendes Jahr ausgestrahlt wird, ist noch offen, NDR-Programmdirektor Frank Beckmann aber verspricht einen "prominenten Sendetermin" Wie viele Millionen Zuschauer sind angepeilt? "So viele wie möglich. Und es werden viele werden", sagte Beckmann. Fest steht: Der Vorspann wird derselbe bleiben wie bei allen anderen "Tatorten" auch. Kein Extra-Intro für den neuen Hamburg-Ermittler, der sich öffentlich an der Altbackenheit gestört hatte. "Als die Diskussion um den Vorspann ihren Höhepunkt erreicht hat, habe ich mich schon gefragt: Warum tust du dir das an?", so der Schauspieler, "aber dann kam das typische Til-Schweiger-Momentum: jetzt erst recht."