1000. Folge

Jauch zieht den Publikumsjoker und gewinnt 8,16 Millionen

Zum Jubiläum von "Wer wird Millionär?" schenken die TV-Zuschauer dem Moderator eine Top-Quote. Nur das Hamburger Publikum ist knausriger.

Berlin. Die Millionen wurde nicht geknackt, dafür durchbrach Günther Jauch die Quoten-Schallmauer: Im Schnitt 8,16 MIllionen Zuschauer ab drei Jahren (25,3 Prozent Marktanteil) haben am Freitagabend die fast dreistündige 1000. Folge von "Wer wird Millionär?" (WWM) eingeschaltet. Damit bescherte die Jubliläumssendung RTL nicht nur den Bestwert am Abend, sondern auch die höchste Einschaltquote einer WWM-Folge in den vergangenen zwölf Monaten.

+++ Jauch mit Traumquote, Gottschalk im Tief +++

Am Freitag setzte sich WWM gegen die ZDF-Reihe "Der Staatsanwalt“ (5,20 Millionen; 15,3 Prozent), die ARD-Komödie "Zum Kuckuck mit der Liebe“ (3,21 Millionen; 9,4 Prozent) und das Halbfinale der Sat.1-Castingshow "The Voice of Germany“ (3,18 Millionen, 10,1 Prozent) durch. Beim Hamburger Fernsehpublikum allerdings musste sich WWM mit Platz drei begnügen. 0,11 Millionen Zuschauer (19,1 Prozent) bedeuteten in der Quotenliste der Hansestadt den drittbesten Wert hinter der Tagesschau (0,15 Millionen; 25 Prozent) und dem NDR-Hamburg-Journal (0,12 Millionen; 23 Prozent).

+++ Der lange Weg zur Jauchschen Millionen-Frage +++

In der Jubiläumssendung von "Wer wird Millionär?“ spielten vier "Helden des Alltags“ um die Million - Menschen, die sich seit Jahren ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen und so Gutes tun. Günther Jauch gab ihnen in der 1.000. Folge die Möglichkeit, nun einmal selbst auf der Gewinnerseite zu stehen und für sich und ihr soziales Projekt die Million zu erspielen. Als zusätzlicher Joker für alle Kandidaten mit dabei waren Barbara Schöneberger, Oliver Pocher und Ralf Schnoor, alle drei ehemalige "WWM“-Millionäre.

Eine Kandidatin hatte dank der am Ende unter allen vier Teilnehmern ausgelobten Millionenfrage sogar die Chance auf den ganz großen Coup. Doch die Friseurin Sheila Kußmann, die Kölner Obdachlosen in der Überlebensstation Gulliver seit Jahren kostenlos die Haare schneidet, lehnte die Antwort auf die ultimative Frage ab und "begnügte" sich mit ihrem zuvor erspielten Gewinn von 64.000 Euro.

+++ Tipps von Eckhard Freise, dem ersten Jauch-Millionär +++

Die Million-Frage wäre allerdings auch ein Ratespiel gewesen: Verlangt wurde nach der häufigsten richtigen Antwort in der Geschichte der Sendung. Zur Auswahl standen "Spanien", "Goethe", "Angela Merkel" und "Blau". Joker Pocher tippte auf die Farbe, doch konnte mit seiner Vermutung Kußmann nicht überzeugen. Die Entscheidung, die Frage unbeantwortet zu lassen, sollte sich als richtig erweisen - denn die korrekte Antwort wäre "Spanien" gewesen.

Die Auflösung der Top-Antwortliste lieferte Jauch denn auch gleich nach: Die ersten sechs Plätze wurden allesamt von Ländern belegt, erst danach folgten mit "Pferd" und "Blau" die ersten nicht-geographischen Antworten.

Die gebürtige Leipzigerin Kußmann traf mit ihrem Gewinn genau das "weibliche" Mittel: Auch die Kandidatinnen Vera Pein (hat bereits über 40 Pflegekinder groß gezogen) und Friederike Garbe stiegen mit jeweils 64.000 Euro vom Ratestuhl. Garbe leitet ein in Lübeck ein Mutter-Kind-Haus mit Babyklappe. Den größten Gewinn erspielte sich jedoch Heinrich Schrand: Der Krankenpfleger und Gründer einer ständigen Einrichtung der Deutschen Knochenmarkspende ging mit 125.000 Euro nachhause.

+++ Ein Rückblick auf 999 Mal "Wer wird Millionär" +++

Bis zur 1.000 Sendung hatte Jauch mehr als 2.000 Kandidaten rund 26.500 Fragen gestellt. 95 Millionen Euro wurden inklusive der Sondersendungen mit Prominenten erspielt, ohne Prominenten-Specials waren es 74 Millionen Euro. Zehn Kandidaten beantworteten die Millionenfrage richtig.

Jauch hat auch nach 999 Folgen noch Spaß an "Wer wird Millionär?“. "Dadurch, dass immer neue und andere Menschen in meiner Show antreten, wird es auch interessant bleiben. Gottes großer Zoo ist einfach unerschöpflich und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte“, sagte der 55-Jährige.

+++ Horst Schlämmer hatte ganz viele Fragen +++

Er habe sich in den zwölf Jahren als Moderator von "Wer wird Millionär?“ weiter entwickelt: "Heute schaffe ich mehr Fragen pro Sendung und habe generell ein besseres Gefühl für das Timing der Sendung entwickelt“, erklärte Jauch. Gesteigert haben sich auch die Zuschauerzahlen: Schalteten bei der ersten Sendung 3,62 Millionen Menschen ein, sehen die Sendung heute im Durchschnitt bei 6 Millionen Zuschauer. Der Rekord lag bei 14,22 Millionen Zuschauern am 28. Mai 2001 beim Prominenten-Special mit Entertainer Thomas Gottschalk, Model Heidi Klum und anderen Gästen. "Wer wird Millionär?“ ist laut RTL die erfolgreichste Quizshow Deutschlands.

Mit Material von dpa und dapd

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