Ensemble Resonanz

Ein Hör-Abenteuer mit Beethoven und Andre

Die Mitglieder des Ensemble Resonanz im Resonanzraum.

Die Mitglieder des Ensemble Resonanz im Resonanzraum.

Foto: Tobias Schult

Es zeigt sich wieder einmal, mit welcher Akkuratesse die Musiker des Hamburger Ensembles auch schwierigste Kompositionen umsetzen.

Hamburg.  Stühle ausbauen ging nicht. Dafür ist die Laeiszhalle zu altmodisch und nicht multifunktional genug. Als „analogen Ort“ bezeichnete Tobias Rempe, Leiter des Ensemble Resonanz den Saal am Brahms-Platz. Bei Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur, von Gianluca Cascioli nach der Pause mit spielerischer Leichtigkeit interpretiert, reicht die Bühne aus. Wenn aber ein moderner Komponist wie Mark Andre einen Raumklang erzeugen will, muss gebaut werden.

Drei Podeste sind im ersten Rang installiert, auf denen die Musiker per Monitor verfolgen, wie Jonathan Fischer dirigiert. Fischer und zehn weitere Musiker agieren auf der Bühne, so dass die Anordnung ein Kreuz ergibt. „rwh1“ für Ensemble und Elektronik heißt das Stück des französischen Komponisten, das er mit dem Ensemble Resonanz vor einem Monat bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt hat und das jetzt auch in Hamburg zu erleben ist.

Aufmerksames Publikum

Zu Beginn der 25-Minuten-Komposition sind die Klänge nur zu erahnen. Genaues Hin-Hören ist nötig. Der Beginn verweist auf Andres Biografie. In einem Interview hat der Asthma-kranke Komponist beschrieben, wie seine Ärztin ihn gezwungen habe, seinen Atem zu hören. Ob er rasselt oder glatt ist. „Dieses nüchterne Beobachten war mein erster Kompositionsunterricht“, sagt Andre. Sein fragiles und zurückhaltendes Stück nimmt Bezug auf diese Probleme der Atemwege und sie erklären auch, warum das Programm den Titel „Rachen“ bekam.

In der Laeiszhalle zeigt sich wieder einmal, mit welcher Akkuratesse die Musiker des Hamburger Ensembles auch schwierigste Kompositionen umsetzen und als Hör-Abenteuer gestalten können. Das aufmerksame Publikum applaudiert begeistert einem Werk, das mit seiner Ruhe und seinen abbrechenden Klängen besonderes Hören erfordert.