Hamburg . Ein sensationeller Solo-Abend von Daniil Trifonov im Großen Saal der Elbphilharmonie. Warum der berühmte Pianist etwas riskierte.

Er sieht etwas, was für alle anderen unsichtbar ist. Er hört etwas, was unsereins entgeht. Daniil Trifonov am Flügel zu beobachten, macht einerseits rasend neidisch, weil er dort in eine Welt darf, für die nur er den Schlüssel hat. Andererseits ist es auch erschreckend. Denn wie kaum jemand sonst kämpft dieser 27 Jahre alte Extrem-Pianist mit jeder Note, mit jeder Nuance. Bei vielen Virtuosen kann man leicht alle weggeübten Noten ausblenden, die für höchstens halbwahr befunden wurden. In Trifonovs Spiel klingen diese Anstrengungen nach und mit. Was er tut und lässt, ist kein Spaß und dennoch das größte Vergnügen – in den raren Momenten, wenn alles stimmt. Und das Lächeln, dann? Seligkeit. Glück.