Laeiszhalle

Neuauflage des Martha-Argerich-Festivals geplant

Martha Argerich (Archivbild)

Martha Argerich (Archivbild)

Foto: picture alliance

Der 77-Jährigen gelang es, Beethovens Musik in die Gegenwart zu transportieren, was die Zuhörer mit viel Beifall würdigten.

Hamburg. Martha Argerich habe sich wohl ein wenig in Hamburg verliebt, vermutete Daniel Kühnel, Intendant der Symphoniker Hamburg, in seiner Einführung zum Konzertabend am Sonntag in der ausverkauften Laeiszhalle. Offensichtlich ist, dass das Hamburger Publikum sich in die 77 Jahre alte Pianistin verliebt hat. Mit einem nicht enden wollenden Applaus ehrten die Zuhörer das virtuose Spiel der Argentinierin, die mit dem 1. Klavierkonzert von Beethoven in C-Dur den ersten Teil des Abends ­bestritt. Das Programm wurde mit der 5. Sinfonie B-Dur von Sergei Prokofiew fortgesetzt, die die Symphoniker unter Leitung des Ersten Gastdirigenten Ion Marin bravourös präsentierten.

Neuauflage des Martha-Argerich-Festivals im Juni

Die Laeiszhalle ist Martha Argerich seit Jahren vertraut – das war spürbar. Hochkonzentriert, mit viel Hingabe an die Musik und an ihr Instrument sowie einem Hauch Lässigkeit führte die Solistin das Publikum gemeinsam mit dem Orchester durch das schwunghafte Allegro con brio, das ein wenig melancholische Largo sowie das tänzerische Rondo. Es gelang ihr, Beethovens Musik in die Gegenwart zu transportieren, zu Bildern zu formen und die Fantasie zu beflügeln, was die Zuhörer mit viel Beifall würdigten. Martha Argerich bedankte sich beim Publikum mit zwei Zugaben: dem dritten Satz „Precipitato“ aus Prokofiews 7. Klaviersonate und Schumanns „Traumes Wirren“ aus den Fantasiestücken für Soloklavier.

Prokofiews sogenannte Kriegssinfonie mit ihrem Tempo und der Lautstärke bildete einen starken Kontrast zu dem gemäßigten Klavierkonzert. Hatte das Orchester bei Beethoven noch der Pianistin den Vortritt überlassen, zeigten Dirigent und Musiker ein bis dahin scheinbar nur gezügeltes Temperament. Ion Marin dirigierte die Symphoniker engagiert, die glänzten mit Spielfreude. Und die Argerich-Fans wird es entzücken, dass die Symphoniker offiziell eine Neuauflage des Martha Argerich Festivals ankündigten. Im Juni ist die Pianistin also wieder in Hamburg. Verliebte soll man nicht trennen.

Martha Argerich Festival, 20.-30.6. 2019, Laeiszhalle, Details zu Terminen und Programm werden noch bekanntgegeben.