Schauspielhaus

Karin Beiers „Schiff der Träume“ feiert heute Premiere

Luxusdampfer trifft auf Flüchtlingsschiff: Die Schauspieler Ibrahima Sanogo (v.l.n.r.), Kathrin Wehlisch und Sayouba Sigue auf dem „Schiff der Träume“

Luxusdampfer trifft auf Flüchtlingsschiff: Die Schauspieler Ibrahima Sanogo (v.l.n.r.), Kathrin Wehlisch und Sayouba Sigue auf dem „Schiff der Träume“

Foto: Markus Scholz / dpa

Luxusdampfer trifft auf Flüchtlingsschiff: Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier interpretiert Federico Fellinis Filmklassiker neu.

Hamburg.  Unter der Regie der Hamburger Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier feiert an diesem Sonnabendabend das „Schiff der Träume“ seine Premiere an Deutschlands größtem Sprechtheater. Es war der italienische Filmregisseur Federico Fellini (1920-1993), der sein „Schiff der Träume“ vor mehr als 30 Jahren auf die Leinwand brachte.

„Karin Beier wird den Filmklassiker von 1983 mit Schauspielern, Performern und Musikern für die Bühne überschreiben und neu interpretieren“, kündigte das Schauspielhaus an. „Fellinis ,Schiff der Träume’ ist beides zugleich: Requiem für ein realitätsblindes und daher zum Untergang verurteiltes Europa und poetisch-dramatischer Aufruf zur Kursänderung.“

Fellinis Film spielt 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Worum es in „Schiff der Träume“ geht: Auf einem Luxusdampfer treffen sich illustre Künstler auf dem Weg zu einer Seebestattung. Dann aber sieht sich der Kapitän gezwungen, die Passagiere eines schiffbrüchigen Flüchtlingsbootes aufzunehmen - die Reise des Traumschiffs nimmt fortan einen ganz anderen Verlauf. Wer auf der Bühne steht: unter anderen Lina Beckmann und ihr Ehemann, „Polizeiruf 110“-Kommissar Charly Hübner, der am Schauspielhaus auch in der Titelrolle des „Onkel Wanja“ zu sehen ist.

Das Schauspielhaus bietet unter den acht Premieren der Saison 2015/16 im Großen Haus gleich vier rund um das Thema Flüchtlinge an: Neben „Schiff der Träume“ und Herta Müllers „Reisende auf einem Bein“, das im September Premiere hatte, „Geächtet“ von Ayad Akhtar (16.1.2016) und Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ (6.2.2016).