Hamburg. Daniel Dubbes Lebens- und Werkbeschreibung hilft, diesen Schriftsteller als modernen deutschen Klassiker zu entdecken.

In „Lichtjahre“, jener eigenwilligen und doch ziemlich umfassenden Zusammenschau der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, übergeht Literaturkenner Volker Weidermann überraschenderweise Hans Erich Nossack. Auch in den einschlägigen Literaturgeschichten kommt er nur am Rande vor. Er hatte nur einen richtigen Hit, den Ehebruchsroman „Spätestens im November“. Er erschien 1955, da war Nossack, der 1901 in Hamburg geboren wurde und 1977 in seiner Geburtsstadt starb, längst kein junger Autor mehr. 1961 bekam er den Georg-Büchner-Preis. Berühmt, nach den Maßstäben der Hochkultur, war er also zeitweilig schon.