Hamburg. In seinem jetzt veröffentlichten Buch „Hotel der Schlaflosen“ erweist sich Ralf Rothmann erneut als großartiger Schriftsteller.

Um die Klasse eines großartigen Erzählers zu vermessen, um sein Können auszuloten und seine Finesse, genügt in manchen Fällen der Blick auf das eigentlich längst nicht mehr Originelle. In der schönen, tiefen Erzählung „Der Wodka des Bestatters“ zitiert Ralf Rothmann Johann Peter Hebels „Kalendergeschichten“. Das „Unverhoffte Wiedersehen“ einer Braut mit ihrem verschüttgegangenen Verlobten, 50 Jahre nach dessen Verschwinden, hat abgewandelt immer wieder Eingang in die erzählende Literatur gefunden. Bei Rothmann nun auch.