Premierenkritik

Von Kissenschlachten und einem gackernden Hüllenhuhn

Performerin Katrin Sagner  stellt auf der Bühne im Monsun Theater so allerhand mit Kissen und Hüllen an.

Performerin Katrin Sagner stellt auf der Bühne im Monsun Theater so allerhand mit Kissen und Hüllen an.

Foto: SIMONE SCARDOVELLI / Simone Scardovelli

Das neue Kinderstück „Hüllen“ der BühneBumm feierte im Monsun Theater Uraufführung: Eine besondere, feine kleine Produktion.

Hamburg.  Kissen sind etwas Tolles. Mit ihrem Inhalt, aber auch mit ihrem Kleid lässt sich allerlei Lustiges anstellen. In „Hüllen – ich bin so oder so...“, der neuen Produktion der BühneBumm, die in der Regie von Gero Vierhuff und Antje Pfundtner jetzt im Monsun Theater Uraufführung feierte, brauchen die kleinen Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren eine kleine Weile, um in die abstrakten Theaterwelten einzutauchen.

Dann aber steigen sie voll ein und bleiben dabei. Denn auf der Bühne steht Katrin Sagner und sucht erst einmal nach einem richtigen Ort, einem, der sich gut anfühlt, bevor so etwas wie Aktion stattfindet. Während sie den Raum abschreitet, knüllt sie Kissen zusammen, legt ein riesige Hülle zu einem Papierflieger auf den Boden oder füttert ein Kissen fressendes Monster.

Sanfte Gitarren- und Glockenspielklänge begleiten ihr Tun. Nebenbei erklärt sie, wie das mit Außen- und Innenwelten funktioniert. Dass ein Ei nach dem Verzehr in ihrem Magen landet. Dass sie in einer Wohnung in einem Haus lebt. Parallel werden ihre Kissen-Experimente immer wagemutiger. Mal knüllt sie die Hüllen zu einem gackernden Huhn zusammen, dann wieder verwandelt sie sich selbst in einem Stoffbezug in einen Vogel.

Nach knapp 40 Minuten hält es die jungen Zuschauer kaum noch auf ihren Sitzen

Es ist eine besondere, feine kleine Produktion des Kindertheaters BühneBumm, die ihr junges Publikum in gebremstem Tempo an die Erlebnis- und Erfahrungswelt des Theaters heranführt. Ohne dabei ein lineares Märchen zu erzählen, wohlgemerkt, sondern allein mit den Mitteln körperlicher Präsenz, Stimme und Bewegung. Das ist schon eine Herausforderung.

Und nach knapp 40 Minuten hält es die jungen Zuschauer kaum noch auf ihren Sitzen, aber das Stück ist mit dem verlöschenden Licht zum Glück noch nicht zu Ende. Denn Performerin Katrin Sagner hat noch einige Überraschungen parat. Neben bequemen Kissenwelten auch große aneinandernähte Hüllen, die sich zu einem tollen Tunnel formen, der unbedingt ausprobiert werden will.

BühneBumm: „Hüllen – ich bin so oder so...“, weitere Termine in Planung, Monsun Theater; www.monsuntheater.de