Allman Betts Band

Messerscharfe Gitarren-Duette, starker Blues-Rock

Passionierte Southrocker: Die Allman Betts Band (Archiv).

Passionierte Southrocker: Die Allman Betts Band (Archiv).

Foto: Imago/ZUMA Press

Nachfahren des Southern Rock erweisen in der Markthalle toten Musikgrößen ihre Verehrung. Die Fans gerieten aus dem Häuschen.

Hamburg..  Devon Allman stimmte nur den ersten Takt von „Stairway To Heaven“ an und die Rockfans in der Markthalle jubelten erkennend auf. Spontan entschied sich der Bandleader im Zugabenteil für eine Kurzversion des Led-Zeppelin-Stücks. Auf der Setliste für das Konzert stand die Nummer nicht. Doch sie passte perfekt zu dem großartigen Auftritt der Allman Betts Band, die US-Musiker erwiesen einigen toten Rockgrößen ihre Verehrung.

Während der Zugabe interpretierte Allman Tom Pettys „Southern Accents“ als intime Ballade, im ersten Drittel des zweistündigen Konzertes wurde Prince’ „Purple Rain“ zu einem etwa zwölfminütigen Duett zwischen Allman und Duane Betts, dem zweiten Sologitarristen.

"Jessica" als Höhepunkt des Abends

Außerdem erinnerten die Söhne von Gregg Allman, Dickey Betts und Berry Oakley an ihre verstorbenen Väter und Onkel, die in den 70er-Jahren als Allman Brothers Band für Furore gesorgt und den sogenannten Southern Rock geprägt hatten. 50 Jahre ist es her, seit sich die Allman Brothers formiert haben.

Mit Songs wie „Blue Sky“ „Melissa“ und „Ain’t Wastin’ Time No More“ erwies die nächste Generation den Vorfahren Ehre. Ein Höhepunkt des Abends war „Jessica“, das Duane Betts allein in den Mittelpunkt stellte. Sein Vater Dickey hat das Instrumentalstück 1973 für das „Brothers And Sisters“-Album aufgenommen, sein Sohn zeigte bei diesem Allman-Klassiker, dass er als Gitarrist ohne weiteres mit dem Vater mithalten kann.

Die Orgel wimmerte wie bei Gregg Allman

Zu siebt war die Allman Betts Band im Rahmen ihrer Europa-Tournee nach Hamburg gekommen. Wie bei den Allman Brothers sorgten neben Berry Duane Oakley Jr. am Bass zwei Schlagzeuger und Perkussionisten für den vorwärts treibenden Beat. Mit Johnny Stachela war ein dritter Gitarrist dabei, der bei einigen Soli ebenfalls glänzen konnte.

Einen wichtigen Part als Organist und Keyboarder nahm John Ginty ein. Er ließ seine Orgel genauso wimmern, wie Devon Allmans Vater Gregg das früher getan hat. Die Fans in der gut gefüllten Markthalle waren angesichts des kompakten Blues-Rocks und der messerscharfen Gitarren-Duette zwischen Allman und Betts aus dem Häuschen.