Literatur

Der „Ziegel“: Hamburgs fetteste Lektüre

Der Hamburger "Ziegel"

Der Hamburger "Ziegel"

Das „Hamburger Jahrbuch für Literatur“ erscheint zum 16. Mal. Namhafte Autorinnen und Autoren haben Texte beigesteuert.

Hamburg. Schick, der neue „Ziegel“. Kommt in neuer Aufmachung daher, aber nicht nur außenherum, sondern auch innendrin. Die Schrift ist größer geworden. Man braucht keine Lupe mehr. Die hat man in Hamburg übrigens noch nie benötigt, um die literarischen Talente der Stadt zu finden. Das „Hamburger Jahrbuch für Literatur“, wie der Ziegel im Untertitel heißt, erscheint nun zum 16. Mal und nicht nur bei einem neuen Verlag (bei Mairisch, natürlich in Hamburg beheimatet), es befindet sich auch sonst auf einem Formhoch, um den Sportlerjargon zu bemühen.

Namhafte Autorinnen und Autoren wie Simone Buchholz, Verena Carl, Regula Venske, Finn-Ole Heinrich und Matthias Politycki haben Texte zur aktuellen Ausgabe beigesteuert. In die haben außerdem die besten Texte Eingang gefunden, die in den vergangenen zwei Jahren für die Hamburger Förderpreise eingereicht wurden. Für die vielen Romanauszüge, Gedichte und Kurzgeschichten eine inhaltliche Klammer zu finden?

Grußwort von Carsten Brosda

Ganz sicher ein Kraftakt. Das Vorwort spricht gravitätisch von „einer vielfach gebrochenen Sehnsucht, ob nach Verortung und Gemeinsamkeit, nach Ankunft und Geborgenheit oder schlicht nach Lebendigkeit“, die die Texte durchziehe. Und Kultursenator Carsten Brosda (SPD) stellt in seinem Grußwort kurz und bündig fest, dass der neue Ziegel zeige, „wie sich unsere Zeit in der Literatur formuliert“.

Zeitgenössische Literatur kann heute, trotz Booms der Dorfromane, nicht mehr ohne die globale Perspektive auskommen. Deswegen geht es in den Texten um die Welt, Großbritannien oder Mexiko, Australien oder Eimsbüttel, um nur einige der Landstriche zu nennen.

Wer daran zweifelt, dass Literatur die Lebenswirklichkeit so wirklich lebenswirklich einfangen kann, der lese Christian Foldes Text „Kreisen“, der von der Heimsuchung aller mobilisierten Hamburger handelt: der Parkplatzsuche. Zwei Seiten nur, die nichts weniger bewirken als die Literarisierung des Luruper Wegs: „Rechts ist alles zugeparkt. Links ist alles zugeparkt. Auf beiden Seiten ist alles zugeparkt. Wie überhaupt alles zugeparkt ist. Ganz Eimsbüttel ist zugeparkt. Von der Osterstraße bis Hagenbecks Tierpark.“

Prima Werbung für den HVV.