Popmusik

So wird das Hamburger Konzertjahr 2019

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Thomas Andre
Die US-Sängerin Pink
kommt im Sommer
zum Stadionkonzert
nach Hamburg – eine
der größten Popveranstaltungen des Jahres.

Die US-Sängerin Pink kommt im Sommer zum Stadionkonzert nach Hamburg – eine der größten Popveranstaltungen des Jahres.

Foto: Getty Images

Von Adele bis ZZ Top: Fans dürfen sich auf neue Alben namhafter internationaler Künstler und jede Menge Konzerte in Hamburg freuen.

Hamburg.  Pop ist die Kunst der Abbildung der jeweils aktuellsten Gegenwart, Pop ist das Hier und Heute. Weshalb es doch immer irgendwie um den Hit der Stunde, den Song des Augenblicks, das brandneue Album geht. Ja, das neue Album, da mögen die Track-Euphoriker noch so sehr gegen die Einheit des Werks trommeln: Musikalben, kohärente oder zumindest halbkohärente Songzusammenstellungen gibt es immer auch im Jahr 2019. Und zum neuen Album gehört meist der Live-Auftritt, auf dem die neuen Lieder gespielt werden und natürlich ebenso die alten. Weil Pop eben halt nicht nur pure Gegenwart, sondern hemmungslos nostalgisch ist. Womit wir beim Hamburger Konzertjahr 2019 wären.

Große Namen, große Konzerte

  • In dem kommen etliche Großkünstler in die Hansestadt, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind und dabei das Kunststück fertiggebracht haben, nicht immer gleichbleibend, aber eben dennoch populär zu sein. Solitäre und epochemachende Pioniere wie Bob Dylan (5. Juli, Barclaycard Arena), der freilich regelmäßig in Hamburg Station macht, und Könner wie Mark Knopfler (25. Juni, BC Arena), der nicht ganz so fleißig tourt, aber auch überall seine Fans hat.


  • In der Mehrzweckhalle gegenüber dem Volksparkstadion (auch bekannt als Barclaycard Arena) ist das gesamte Jahr über beachtlich viel los, ganz besonders aber am 24. und 25. März, wenn Herbert Grönemeyer auftritt. Und noch mehr vom 20. bis 22. Juni (nur für den 20. gibt es noch Karten), wenn Udo Lindenberg mit seiner Band an drei Tagen hinter­einander aufspielt. Wobei Juni ja schon Sommer ist.


Open Airs in Hamburg

  • Sollte der wieder so grandios werden wie der im unverschämt sonnigen 2018, dürften sich manche bei den Lindenberg-Shows nach gegenüber unter die freie Luft wünschen. Im Volksparkstadion sind mit der amerikanischen Sängerin Pink (8. Juli) und dem selbst ernannten Volks-Rock-’n’-Roller Andreas Gabalier am 22. Juni zwei Mainstream-Künstler zu Gast.


  • Ein großes Publikum wird sich auch am 9. August auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld einfinden: Die Rapper Marteria und Casper sind mit ihrem „Champion Sound Open Air“ zu Gast. Es ist bereits ausverkauft. Das gilt nicht für das Konzert der großartigen schwedischen Sängerin Robyn: Sie hat sich für den 8.4. mit dem Mehr! Theater klugerweise ein Dach über dem Kopf gesucht.

Was haben Jamiroquai, ZZ Top und Cher gemeinsam?

  • Im Mehr! Theater finden, wie berichtet, wegen der Vorbereitungen für das 2020 anlaufende Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ab Mai keine Veranstaltungen statt. In der größeren Barclaycard Arena dafür umso mehr: Neben den Genannten treten demnächst unter anderem Jamiroquai (28.5.), Florence & The Ma­chine (9.3.), Daryl Hall & John Oates (6.5.), ZZ Top (17.6.) und Cher (13.10.) auf.


  • In der guten, alten Sporthalle in Winterhude spielt auch 2019 der Pop groß auf: mit unter anderem Slash (3.3.), The Kooks (1.4.) und Gentleman (10.5.) – schön, wen es da alles immer noch gibt. Den Trend zum Zweitkonzert gibt es übrigens auch in der Sporthalle: Die stimmgewaltige Indierockband AnnenMayKantereit aus Köln kommt (14./15. März) ebenso doppelt wie der Hamburger Musiker Bosse (22./23. März).


Clubkonzerte und Festivals

  • Nun muss man natürlich nicht immer nur auf die populären und im Hauptstrom des Pops schwimmenden Künstler warten. Der Pop-Standort Hamburg hat mit St. Pauli den richtigen Ort und die richtigen Clubs, um Top-Musiker wie Damon Albarn mit seinem Projekt The Good, The Bad & The Queen (3. Juni, Mojo Club), Wild No­thing (25. Februar, Molotow) und Low (8. Februar, Uebel & Gefährlich) an die Elbe zu locken.


  • Entdeckungsfreudige sind bei den bekannten Festivals besonders richtig, weil dort der Pop sein Personal mit breiter Gießkanne über die Bühnen schüttet: Das Dockville Festival findet vom 16. bis 18. August statt, das Hurricane Festival in Scheeßel vom 21. bis 23. Juni, das Reeperbahn Festival vom 18. bis 21. September, A Summer’s Tale in Luhmühlen vom 1. bis 4. August und das Deichbrand Festival in Cuxhaven vom 18. bis 21. Juli.

  • Und wo wir schon draußen sind – auf der Bühne im Stadtpark haben sich 2019 unter anderem Alice in Chains (4. Juni), Status Quo (25. Juli) und Helge Schneider (31.8. und 1.9.) angesagt.

Neues aus der Gerüchteküche

Zwecks Planbarkeit sind langfristig vorempfundene und geplante Konzerttermine übrigens ein Segen. Aber schön ist nun mal auch das Geheimnis, das Ungefähre – wenn man sich nicht vorab im Internet schlau macht, ist jede Songauswahl eines Künstlers eine Überraschung. Gar nicht mal unerfreulich ist auch, wie vage einstweilen das Popjahr 2019 im Hinblick auf Albumveröffentlichungen aussieht. Gerüchteweise soll es neue Werke von Coldplay, Bruce Springsteen, Adele, Madonna und Rihanna geben, wobei jeweils weder ein Erstverkaufstag noch ein Albumtitel bekannt sind.

Schon konkreter sieht es bei Lana Del Rey aus, ihr neues Album soll „Norman Fucking Rockwell“ heißen. Um gleich wieder nebulöser zu werden: Der große Frank Ocean und die wunderbare Solange haben noch unbetitelte neue Alben versprochen. Ebenso Vampire Weekend, Tame Impala, The Weeknd, Taylor Swift und Vince Staples.

Ironische Teddybären und die Backstreet Boys

Am 25. Februar erscheint Avril Lavignes neues Album „Head Above Water“. Und, um dieser Vorschau einen Rahmen zu geben und auf die Nostalgie zurückzukommen. Ab 25. Januar steht das neue Album (Titel: „DNA“) der Backstreet Boys in den Läden. Dazu gibt es eine ausgedehnte Arenatour und ein bereits ausverkauftes Konzert (21.5.) in Hannover.

Wetten, dass die Teddys wieder fliegen, diesmal aber ironisch?