Hamburg

In welchen Theatern jetzt schon Weihnachtsstimmung aufkommt

Benjamin Zobrys in der Rolle des Klaus, Mario Saccoccio alias „Störtebeker“ , Stefan Leonard, Tim Koller, Götz Fuhrmann und Markus Richter (v.l.).

Benjamin Zobrys in der Rolle des Klaus, Mario Saccoccio alias „Störtebeker“ , Stefan Leonard, Tim Koller, Götz Fuhrmann und Markus Richter (v.l.).

Foto: Oliver Fantitsch

Pippi Langstrumpf, Robin Hood, Max und Moritz: Wo die Hamburger Weihnachtsmärchen laufen, wann sie beginnen und wo es Karten gibt.

Hamburg.  In der Vorweihnachtszeit geben sich Hamburgs Bühnen alle Mühe, die Theatergänger von morgen zu umwerben. Mit klassischen Märchen der Brüder Grimm, aber auch mit Hits der Jugend- und Fantasy-Literatur. In den kommenden Wochen sind wieder prächtig und fantasievoll ausgestattete Inszenierungen zu erleben. Voller Romantik, Lebensweisheit, Humor, Musik, Action und Hochspannung. Bekanntlich ist die erste Liebe ja die intensivste und das gilt auch für den Zuschauernachwuchs und die womöglich erste Begegnung mit jener aufregenden Illusionsmaschine: dem Theater.

Karten für fast alle Märchen gibt es in der Geschäftsstelle des Hamburger Abendblatts (Großer Burstah 18-32) und unter T. 30 30 98 98.

Seit Ende Oktober/Anfang November:

  • Der kleine Störtebeker
    Die musikalische Kaperfahrt, die sich Komponist Martin Lingnau und Autor Heiko Wohlgemuth in „Der kleine Störtebeker“ ausgedacht haben, war schon vor einigen Jahren ein voller Erfolg im Schmidt Theater. Jetzt steht das Kindermusical um Klaus Störtebeker, jenen legendären Hamburger Piraten aus der Mittelalterzeit wieder auf dem Spielplan. Wie ein Robin Hood der Meere bestiehlt er die Reichen und hilft den Armen. Auch wenn sein Leben nicht gut ausging, widmet sich das Musical in der Regie von Carolin Spieß den abenteuerlichen Seiten des Piratenlebens und der Frage, warum aus dem Kind Störtebeker der große Pirat werden musste, mit viel Humor, Musik und sprechenden Tieren.
    „Der kleine Störtebeker“ 27.10. bis 20.1.2019 Schmidt Theater, Spielbudenplatz 24/25, für Kinder ab vier Jahren, Karten 13,20 bis 26,40 unter T. 31 77 88 99; www.tivoli.de
  • Die Rote Zora

    „Die rote Zora“, Heldin des gleichnamigen Jugendbuchklassikers von Kurt Held, hat kein leichtes Leben. Der Teenager führt eine Bande an, deren Mitglieder alle eines gemeinsam haben: keine Heimat, keine Familie und kein Zuhause. Auf der Straße organisieren sie sich selbst. Kurt Held hatte das Buch zu Zeit des Zweiten Weltkrieges (1941) verfasst. Es wurde schnell ein Klassiker. In der fantasievollen und kurzweiligen Inszenierung von Thomas Birkmeir glänzt Toini Ruhnke, inzwischen festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters, als Zora. Eine starke Heranwachsende, die trotz eigener Not noch die Kraft findet, sich um den verlorenen Branko zu kümmern, der nach dem Tod der Mutter auf dem Marktplatz einer kroatischen Hafenstadt verwahrlost.
    „Die Rote Zora“ 7.11. bis 30.12.2019, Thalia Theater, Alstertor, für Kinder ab zehn Jahren, Karten 6,50 bis 29 Euro unter T. 32 81 44 44; www.thalia-theater.de

Seit Mitte November:

  • Rapunzel

    Sie sind inzwischen am Ernst Deutsch Theater ein eingespieltes Team: Regisseur Hartmut Uhlemann, Bühenbildnerin Eva Humbug und weitere Mitstreiter. Auch in diesem Jahr nehmen sie sich einen Klassiker der Brüder Grimm für eine fantasievoll gestaltete und gespielte Inszenierung vor, diesmal „Rapunzel“. Ein Paar lebt mittellos in einem Gartenhaus. Die schwangere Frau gelüstet nach den köstlichen Rapunzeln aus dem Nachbargarten einer Zauberin. Doch die ist darüber wenig amüsiert, schäumt ob des Diebstahls, verlangt das Kind als Gegenleistung und sperrt es in einen Turm. Ein Glück, dass das Rapunzel genannte Mädchen dort in der Grille, der Eule und der Maus wirklich gute Freunde findet.
    „Rapunzel“ 16.11. bis 23.12., Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, für Kinder ab vier Jahren, Karten 10 bis 18 Euro unter T. 22 70 14 20; www.ernst-deutsch-theater.de
  • Max und Moritz
    Weihnachtsmärchen einmal anders. Nach den heiter-bösen Geschichten von Wilhelm Busch kreiert Nora Schumacher ein Bühnenerlebnis am Ohnsorg Theater. Stefan Hiller steuert fröhliche Musik bei. Die Geschichten der streicheslustigen Freunde Max und Moritz haben es bekanntlich in sich. Ob sie der Witwe Bolte ihr Federvieh abjagen, den Schneider Böck zum Baden schicken oder Onkel Fritz mit Käfern belästigen. Irgendwann allerdings holen die geplagten erwachsenen Dorfbewohner zum Gegenschlag aus. All das lässt sich natürlich mit Laune, Humor und mit viel Fantasie auf die Bühne bringen.
    „Max und Moritz“ 17.11. bis 27.12., Ohnsorg Theater, Heidi-Kabel-Platz 1, für Kinder ab vier Jahren, Karten 9,50 bis 19,50 unter T. 35 08 03 21; www.ohnsorg.de
  • Das Dschungelbuch
    Rudyard Kiplings Klassiker über die Abenteuer des kleinen Mowgli, der bei den Tieren des indischen Dschungels aufwächst und unter Wölfen eine Ersatzfamilie findet, ist zeitlos zauberhaft. Felix Bachmann inszeniert den Stoff mit viel Musik in einer gemeinsam mit Cornelius Henne erstellten Fassung am St. Pauli Theater. Denn Mowgli hat einige Abenteuer zu bestehen, für die der gefährliche Tiger Shere Khan schon sorgen wird. Wie gut, dasss der Junge den sanften Panther Bagheera und den lustigen Bär Baloo auf seiner Seite weiß. Matthias Stötzel, Komponist vieler bekannter Hamburger Liederabende und die stimmstarke Schauspielerin Anne Weber steuern Songs bei.
    „Das Dschungelbuch“ 17.11. bis 21.12., St. Pauli Thetaer, Spielbudenplatz 29/30, für Kinder ab vier Jahren, Karten 10,90 bis 25,90 unter T. 47 11 06 66; www.st-pauli-theater.de
  • Peter Pan

    Tjaard Kirsch leitet dieses Musical im Theater für Kinder mit mitreißenden Songs und Liedern nach dem Roman von James M. Barrie. Regie führt Sascha Wink. Peter Pan will nicht erwachsen werden. Und so sucht er neue Spielkameraden und findet sie im Zimmer von Wendy Darling und ihrem Bruder John. Auf geht es im Flug zu wilden Abenteuern. Seejungfrauen, Indianermädchen, Piraten und die aufmüpfige Fee Tinker Bell sind nur einige Begegnungen. Bis es zum Showdown mit Bösewicht Kapitän Hook auf seinem Schiff Jolly Roger kommt.
    „Peter Pan“ 17.11. bis 27.1.2019, Theater für Kinder, Max-Brauer-Allee 76, für Kinder ab fünf Jahren, Karten 16,50 Euro unter T. 38 25 38; www.kindertheater.alleetheater.de

Rapunzel, Max und Moritz und Das Dschungelbuch in der Kurz-Kritik

Ab Ende November:

  • Frau Holle – Betten machen mit Musik
    Der Untertitel dieses beschwingten Musicals aus der Feder von Tausendsassa Christian Berg lautet „Betten machen mit Musik“. Und in bewährter Manier wird Berg selbst gemeinsam mit seinem Musiker Paul Glaser die Geschichte mit allerlei künstlerischen Freiheiten und Gelegenheiten zum Mitsingen und Mitlachen inszenieren. In dieser freien Variante knüpft Berg an den Vorgänger vom vergangenen Jahr, „Rapunzel“, an. Das gute daran: Rumpelröschen, die gute Fee und Einhorn Rumpelchen sind wieder mit von der Partie.
    „Frau Holle – Betten machen mit Musik“ 23.11. bis 30.12., Komödie Winterhude, Hudtwalckerstraße 13, für Kinder ab vier Jahren, Karten 14,40 bis 19,90 unter T. 48 06 80 80; www.komoedie-hamburg.de

  • Die drei ??? Kids – Der Weihnachtsdieb

    Kinder lieben die spannenden Abenteuer der drei ???. Auch die Kids-Reihe erfreut sich großer Beliebtheit. Ulf Blanck und Boris Pfeifer haben nun nach Motiven von Robert Arthur ein vorweihnachtliches Vergnügen für die Kammerspiele kreiert. In „Die drei ??? Kids – Der Weihnachtsdieb“ ist auch Rocky Beach ganz auf Weihnachten eingestellt. Justus sucht ein Geschenk für seine Tante Mathilda. Ein Weihnachtsmann gibt Empfehlungen ab. Doch auf einmal ist das Geschenk vom Schrottplatz-Versteck verschwunden. Hat Skinny Norris damit zu tun? Georg Münzel führt Regie.
    „Die drei ??? Kids – Der Weihnachtsdieb“ 28.11. bis 18.12., Hamburger Kammerspiele, Hartungstraße 9-11, für Kinder ab acht Jahren, Karten 19 bis 23 Euro unter T. 413 34 40; www.hamburger-kammerspiele.de

  • Pippi Langstrumpf

    Das freche Mädchen mit den roten Zöpfen und den lustigen Sommersprossen ist seit Jahren ein willkommenes Role-Model. Astrid Lindgren schuf mit Pippi Langstrumpf eine zeitlose Heldin. Von den dunklen Seiten des Lebens nicht eben verschont, schlägt sich die Halbwaise mit einsitzendem Vater tapfer. Und macht sich einfach die Welt, wie sie ihr gefällt. Das stößt natürlich nicht bei allen auf Zustimmung. Aber auf ihr Pferd Kleiner Onkel und ihren Affen Herr Nilsson ist Verlass. Axel Schneider hat sich lange um die Rechte an dem beliebten Stoff bemüht. Ulrich Meyer-Horsch führt Regie.
    „Pippi Langstrumpf“ 29.11. bis 14.1.2019, Altonaer Theater, Museumstraße 17, für Kinder ab fünf Jahren, Karten 10 bis 20 Euro unter T. 39 90 58 70; www.altonaer-theater.de

Ab Anfang Dezember:

  • Das kleine Gespenst
    Die Bücher von Otfried Preußler zählen zu den schönsten Kindheitserinnerungen überhaupt. Und auch die nächste Generation dürfte verzaubert sein, etwa von dem liebenswerten kleinen Gespenst, das nur einmal bei Tage die Burg Eulenstein besuchen will. Also schlägt es die Warnungen von Schuhu dem Uhu in den Wind. Das geht auch am Harburger Theater natürlich nicht ohne die Hilfe einiger guter Freunde gut.
    „Das kleine Gespenst“ 1.12. bis 23.12., Harburger Theater, Museumplatz 2, für Kinder ab fünf Jahren, Karten 9 bis 16 Euro unter T. 33 39 50 60; www.harburger-theater.de

  • Robin Hood

    Die Familienstücke von Markus Bothe haben eine lange und erfolgreiche Tradition zur Vorweihnachtszeit am Schauspielhaus. Für „Robin Hood“ hat Bothe gemeinsam mit Nora Khuon eine Fassung erstellt, die in die Historie Englands führt. Richard Löwenherz hat seinem Bruder John die Herrschaft übertragen, um sich den Kreuzzügen zu widmen. Doch der presst das Land und das hungernde Volk mit seiner Gier aus. Robin Hood, in dieser Version weiblich und gespielt von Anne Müller, flieht in den Wald und nimmt von dort aus mit einer Bande Gleichgesinnter den Kampf gegen die Ungerechtigkeit auf. Doch Prinz John will seine Reichtümer natürlich nicht aufgeben.
    „Robin Hood“ 6.12. bis 1.1.2019, Schauspielhaus, Kirchenallee 39, für Kinder ab acht Jahren, Karten 7,50 bis 27 Euro unter T. 24 87 13; www.schauspielhaus.de