Hamburg

Rolf Zuckowski gibt in der Elbphilharmonie den Axl Rose

Otto überrascht Rolf Zuckowski in der Elbphilharmonie

Komiker Otto Waalkes überrascht Rolf Zuckowski in der Elbphilharmonie mit seiner Version der Weihnachtsbäckerei.

Otto überrascht Rolf Zuckowski in der Elbphilharmonie

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Zum Abschluss seiner Jubiläumstour war der Kinderliedermacher zwar gehandicapt, aber dafür beseelt. Wofür auch ein guter Freund sorgte.

Hamburg. Als Kinderliedermacher sollte man vor allem eines sein: offen. Dass Rolf Zuckowski diese Eigenschaft nach 40 Jahren Bühnenerfahrung perfektioniert hat und auch nicht nur musikalisch nach rechts und links schaut, stellte der in Blankenese beheimatete Musiker bei seinem doppelten Heimspiel in der Elbphilharmonie unter Beweis.

"Wir haben jetzt schon den GroChor", sagte der 70-Jährige zu Beginn seiner beiden Konzerte "Advent mit den Elbkindern" zum Abschluss seiner Jubiläumstour vor dem Hintergrund aktuellen politischen Gerangels um die Regierungsbildung – aber vor allem angesichts der imposanten Kulisse von rund 500 lütten Sängerinnen und Sängern, die den Konzertsaal ringsum bevölkerten.

Rolf Zuckowski vergleicht sich mit Axl Rose

Insgesamt 15 Chöre aus Städten entlang an der Elbe, darunter die Hamburger Blankenäschen und die Finkenwarder Speeldeel, stärkten Zuckowski am Sonntag den Rücken. Und das nicht nur symbolisch – schließlich hatte der Auftritt des Helden nach einem Treppensturz zwischenzeitlich auf der Kippe gestanden.

Da sich Rolf Zuckowski den Traum vom Auftritt in der Elbphilharmonie aber unbedingt erfüllen wollte, wurde er trotz Beinbruchs im Rollstuhl auf die Bühne gefahren. Und sein Unglück nahm er mit Humor. "Ich bin Axl Rose, yeah!", sagte der Komponist, als Kika-Moderatorin Singa Gätgen (führte mit Sandmännchen-Kollege Juri Tezlaff durch den Nachmittag) ein "Heavy Medley" ankündigte.

Groupies singen im Publikum mit

Schließlich war auch der eigentliche Guns-'n-Roses-Frontmann im vergangenen Jahr für AC/DC ebenfalls mit Fußbruch auf die Bühne gerollt. Ganz so wild wie bei den Hardrockern wurde es bei den Elbkindern zwar nicht, aber auch durch die 33 Zuckowski-Hits der Alsterfrösche wurde das Publikum im Schleudergang ordentlich "eingerolft".

Das freute dann unter anderem die lauthals mitsingenden Groupies, die ihrem Idol auf den Rängen auch ohne eigene Kinder noch einmal huldigen wollten. Rolf ist eben für alle da. Was umgekehrt wiederum für Otto Waalkes gilt. Der Freund und Nachbar aus Blankenese ließ es sich nicht nehmen, den größten der mehr als 50 weihnachtlichen Zuckowski-Hits zum Besten zu geben.

Otto überrascht seinen Blankeneser Freund

Mit seiner Interpretation des Klassikers "In der Weihnachtsbäckerei" beglückte der Komiker die Hauptperson am Ende ebenso wie zwei seiner Kinder. Tochter Anuschka sang gleich zweimal mit ihrem Papa ("Sie inspiriert mich immer noch"), Zuckowski-Sohn Andreas spielte in der Begleitband Gitarre.

Am Ende waren nicht nur die Zuhörer beseelt von dem über zweistündigen Adventskonzert, auch Rolf Zuckowski selbst ging der Tag ans Herz. "Ich bin so glücklich darüber, was wir hier geschaffen haben, dass wir das Haus so zum Klingen zu bringen", sagte er, ohne dabei seine temporären Leidensgenossen zu vergessen: "Respekt an alle, die ein Leben im Rollstuhl gelernt haben, Hut ab!"

Wer Rolf Zuckowskis Konzerte in der Elbphilharmonie verpasst hat, kann den zweiten Auftritt in voller Länge bis zum Jahresende auf ndr.de als Stream aufrufen. Zusammenfassungen gibt es außerdem im Kika am 10. Dezember um 10.15 Uhr sowie am 23. Dezember um 7.15 Uhr. Weitere Videos der Jubiläumstour sind auf Youtube zu sehen.

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