Berlinale

Sonja Heinen ist Hamburgs Filmfrau für Europa

Sonja Heinen (l.) und ihre Vorgängerin
Renate Rose

Sonja Heinen (l.) und ihre Vorgängerin Renate Rose

Foto: European Film Promotion e.V.

Die European Film Promotion hat ihren Sitz in Hamburg. Heinen wirbt weltweit für Produktionen aus 37 europäischen Ländern.

Berlin.  Am Montag werden auf der Berlinale wieder die Shootingstars vorgestellt. Zehn interessante junge Schauspieler aus zehn europäischen Ländern bekommen an dem Tag auf Deutschlands größtem Festival ganz viel mediale Aufmerksamkeit und eine glamouröse Plattform. Für Deutschland ist Louis Hofmann („Unter dem Sand“, „Freistatt“) mit dabei. Organisiert wird die Veranstaltung von einer Institution, die fast nur dem Fachpublikum bekannt ist. Die European Film Promotion (EFP) hat ihren Sitz in Hamburg und erlebt in diesem Jahr zwei besondere Ereignisse. Vor 20 Jahren wurde sie gegründet. Seitdem steht Renate Rose an der Spitze. Jetzt gibt sie ihr Amt an Sonja Heinen ab.

Die EFP bewirbt den europäischen Film bei Festivals, in erster Linie außerhalb Europas, und stellt Kontakte zwischen geeigneten Co-Produktionspartnern her. 1997 hatten sich zehn nationale Organisationen unter dem Schirm der EFP zusammen gefunden. Rose arbeitete zuerst nur mit einer Halbtags-Sekretärin. Heute sind in der EFP 37 Länder organisiert. In der Friedensallee arbeiten zwölf Mitarbeiter für sie.

„Das Kino wird nie zugrunde gehen“

Heinen war lange Assistentin vom späteren Berlinale-Chef Dieter Kosslick bei der Filmstiftung in Nordrhein-Westfalen. Schon damals kümmerte sie sich um internationale Co-Produktionen. Später folgte sie ihm nach Berlin und wurde dort Chefin des Berlinale Co-Production Market und förderte beim World Cinema Fund Filmemacher aus Entwicklungsländern.

Sie übernimmt ihre Aufgabe in einer interessanten Situation. Die Länder in der Europäischen Union streben auseinander, stellen nationale Eigenheiten über den Gemeinsinn. Die EFP versucht in dieser Situation, ihre Mitglieder zusammenzuhalten. „Unsere Mitglieder sagen eher: Jetzt erst recht“, berichtet Heinen. „Zuerst wurden wir Europäer, dann haben alle geschimpft. Dabei nimmt man alle Freiheiten, die man dadurch gewonnen hat, für selbstverständlich. Zurzeit bildet sich gerade wieder ein europäisches Bewusstsein.“ In ihrer ersten Amtszeit möchte sie die EFP bekannter machen und den Markt der TV-Serien im Auge behalten. In der Krise sieht sie das Kino in Zeiten immer größerer Angebote auf Plattformen wie Netflix nicht. „Das Kino wird nie zugrunde gehen, denn es ist auch ein Erlebnisort.“

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