Kammermusikquartett

Salut Salon ist auf dem Weg ins Pariser Olympia

Salut Salon

Salut Salon

Foto: Salut Salon

Das Hamburger Kammermusikquartett hat Frankreich erobert. Im Pariser Olympia traten seit 1954 zahlreiche Show-Größen auf.

Hamburg.  Frankreich ist groß. Frankreich ist eine große Kulturnation. Doch das Frankreich von 2016 ist nach den Pariser Terroranschlägen des vergangenen Jahres ein anderes. Das spürt dieser Tage auch Hamburgs charmantester Kultur-Export, das weibliche Kammermusikquartett Salut Salon. Seit Anfang Januar tourt es mit seinem aktuellen Crossover-Programm „Ein Karneval der Tiere und andere Phantasien“ durch das Land.

Am vergangenen Donnerstag Lyon, am Freitag das Debüt-Konzert im bekannten Salle Gaveau in Paris, ehe die Frankreich-Reise an diesem Dienstag in Le Bouscat fortgesetzt wird. „Wir sind das Reisen unter schwierigen Bedingungen gewohnt“, sagt Angelika Bachmann. Die Geigerin reist auch privat sehr viel im Ausland, oft nur mit Rucksack und Geigenkoffer, und hat Salut Salon mit ihrer Freundin Iris Siegfried 2002 gegründet. „Wenn wir mit dem Schnellzug TGV durchs Land fahren, steht da an den Bahnhöfen viel mehr Militär als früher, überall mit Maschinengewehren.“ Sie habe sich daran gewöhnt, sagte Angelika Bachmann beim Zwischenstopp in Hamburg, bei dem sie als Leiterin des Hamburger Instrumental Wettbewerbs das „Konzert der Kinder“ in der Laeiszhalle moderierte, gefördert auch von der Haspa Musik Stiftung.

Bereits im vergangenen November, nur drei Tage nach den Terroranschlägen, hatte Salut Salon in Paris gespielt. „Das war teilweise sehr beklemmend, zumal wir als nächstes in Brüssel gastiert haben“, erinnert sich Bachmann. „Die Veranstalter in Paris haben uns aber bekniet, jetzt erst recht aufzutreten.“ Das Publikum sei unheimlich dankbar gewesen, meint die Geigerin.

Und jetzt? Bisher war jeder Konzertabend ihrer Frankreich-Tournee ausverkauft, und die Gruppe erntet mit ihrem Programm jedes Mal Standing Ovations. „Das Publikum ist hin und weg – wir können uns das selbst kaum erklären. Das Publikum freut sich natürlich auch, dass wir unser Programm komplett auf Französisch spielen“, erläutert Angelika Bachmann. Das hält Salut Salon bei seinen zahlreichen Auslandstourneen immer so, alle Lieder und Moderationen werden in der jeweiligen Landessprache dargebracht – sogar mal auf Koreanisch. „Aber da machen wir es rein lautmalerisch.“

Noch bis Ende dieser Woche ist das Hamburger Kammermusikquartett in Frankreich unterwegs. Schon vergangene Woche ging ein Raunen und ein „Oh!“ durchs Publikum, als Salut Salon auf der Bühne ihren nächsten großen Auftritt im Nachbarland ankündigte. „Am 24. Januar 2017 ist das Olympia für uns gebucht. Wir sind auf den Spuren der weltberühmten Edith Piaf, das ist schon Wahnsinn!“, sagt Bachmann.

Im Pariser Olympia, jenem legendären Konzertsaal, der seit 1993 zum nationalen Kulturerbe zählt, traten seit 1954 zahlreiche Show-Größen auf: Außer der Piaf etwa Charles Aznavour, Jacques Brel oder David Bowie, die Beatles oder die Rolling Stones. Die einzige Hamburger Künstlerin, die dort bisher gastierte, war in den 70er-Jahren Sängerin Mary Roos.