Brahms' 1. Klavierkonzert - die CD

Wenn Zimerman spielt, stockt die Zeit, und man kann nicht anders, als den Atem anzuhalten. Dann ist nichts wichtiger als diese Musik, als diese Unmittelbarkeit hinter den Noten. Nur ein scharfsinniger Pianist wie er kann es schaffen, mit einem so oft gehörten, so oft überhörten Stück wie dem 1. Brahms-Klavierkonzert in den Bann zu ziehen. Mit Rattle und den Berliner Philharmonikern hat Zimerman aber auch ein Dreamteam an seiner Seite: die klangliche Präsenz der Details, die dynamischen Feinheiten, das kammermusikalische Gespür für Dialoge im langsamen Satz, all das kommt bestens zur Geltung. Vielleicht ist diese Einspielung einen Hauch versöhnlicher, eine Spur weniger provokant, als man es von einem emotionalen Extremisten wie Zimerman erwartet hätte. Dennoch ist sie ein in satten Klangfarben funkelnder Solitär im Klassik-Angebot, das ansonsten von vorschnell dahingespieltem Mittelmaß überschwemmt wird. Diese Aufnahme ist von bleibendem Wert, das Warten hat sich gelohnt.

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