Foto-Panne

Tagesschau zeigt "Nazijäger" statt Nazi-Verbrecher

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abendblatt.de

Panne in der ARD-Tagesschau: Statt einer Aufnahme des mutmaßlichen Naziverbrechers László Csatáry zeigte die ARD ein Bild des Nazijägers Simon Wiesenthal. Die Meldung wurde bereits entfernt.

Hamburg. Foto-Panne bei der ARD - und das ausgerechnet in der Tagesschau: In der beliebten 20-Uhr-Sendung wurde am Sonntag in der Meldung über die Aufspürung des mutmaßlichen Naziverbrechers László Csatáry in Ungarn ein Bild des "Nazijägers“ Simon Wiesenthal eingeblendet. Dies sei versehentlich geschehen, teilte die Pressestelle der Redaktion beim NDR in Hamburg am Montag mit. Die Meldung sei kurz vorher vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem verbreitet worden.

"Leider ist es in der Hektik zu einer Bildverwechslung gekommen. Ich bedauere dies sehr“, sagte Thomas Hinrichs, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell. Die im Internet archivierte "Tagesschau“-Sendung vom Sonntag, die unter Tagesschau.de abrufbar ist, sei redaktionell bearbeitet und entsprechend gekennzeichnet worden. "Die Meldung wurde entfernt“, heißt es in der Pressemitteilung.

+++ Reporter finden Nazi-Kriegsverbrecher in Budapest +++

Fotoreporter der "Sun" hatten 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs einen der meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher aufgespürt. Laszlo Csatary lebt offenbar in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Das Jerusalemer Büro des Simon-Wiesenthal-Zentrums teilte am Sonntag mit, der ungarischen Staatsanwaltschaft „neue Hinweise“ gegeben zu haben. Csatary steht auf der Liste der jüdischen Menschenrechtsorganisation mit den meistgesuchten Kriegsverbrechern ganz oben. Er soll im Jahr 1944 bei der Deportation von 15.700 Juden in das Konzentrationslager Auschwitz eine wichtige Rolle gespielt haben. Zudem soll der ehemalige Polizeichef von Kosice im ungarisch besetzten Teil der Slowakei 1941 maßgeblich an der Deportation von 300 Juden in die Ukraine beteiligt gewesen sein. Das britische Boulevardblatt „The Sun“ veröffentlichte am Sonntag ein Foto des 97-Jährigen. Reporter der Zeitung hätten ihn in Budapest aufgespürt, wo er in einer Zweizimmerwohnung in einem noblen Stadtteil wohne, hieß es auf der Website der Zeitung.

Csatary findet sich ganz oben auf einer Liste des Simon-Wiesenthal-Zentrums mit den zehn meistgesuchten Nazi-Tätern. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum erklärte am Sonntag in Jerusalem, es habe den ungarischen Behörden vor wenigen Tagen neue Hinweise auf die Beteiligung Csatarys an schweren Verbrechen schon im Jahr 1941 vorgelegt. Der Leiter des Zentrums, Efraim Zuroff, äußerte die Hoffnung, dass dies dabei helfen werde, Csatary noch vor Gericht zu stellen. (abendblatt.de/dapd/dpa)