Tonpanne beim Hamburg-"Tatort"

"Nur die kleinen Haare": Stimme aus dem Off stört die Spannung

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abendblatt.de

Inmitten der letzten Szene, als Cenk Batu in "Die Ballade von Cenk und Valerie" im Sterben lag, wurde der Hamburger "Tatort" gestört.

Hamburg. Was war denn das? Da feiert der Hamburger "Tatort" ausgerechnet zum Abschied des Ermittlers Cenk Batu alias Mehmet Kurtulus mit 7,06 Millionen Zuschauern eine der besten Quoten der letzten Monate - und doch beschäftigt aufmerksame "Tatort"-Gucker vor allem eines: Die Schlussszene der spannungsgeladenen Folge: "Die Ballade von Cenk und Valerie."

Denn am Ende des ARD-Krimis wurde der Quotenerfolg durch eine Ton-Panne empfindlich getrübt. Ausgerechnet während des Ablebens Batus erklang eine Regieanweisung für das "Tagesthemen"-Extra zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein mit ARD-Moderator Jörg Schönenborn. Plötzlich hörte der verwunderte Fernseh-Zuschauer mitten in die erdrückende Stille hinein eine Männerstimme mit den Worten “Ja, machste zwei-eins-dreißig”, "hier, Lutz macht das immer".

Nach einem kurzen Räuspern endete die mysteriöse Konversation aus dem Off schließlich mit dem Dialog "Mh mh, mh, mh..." - "Nur so die kleinen Haare, macht nix, dass man die kleinen Haare hier nicht sieht". Der "Haare"-Kommentar ertönte prompt, als Batu-Freundin Gloria ihrem sterbenden Freund mit den Fingern über den Kopf strich - und dem Ermittler die Worte "Ist doch egal" zuflüsterte. Das i-Tüpfelchen auf die tragikomische Audio-Einlage inmitten der Schlusssequenz eines der melancholischsten und blutigsten "Tatorte" seit Langem.

+++ Cenk Batu: Abschiedstanz mit Tod und Teufel +++

Freuen dürfen sich ARD und Kurtulus dennoch: Der letzte "Tatort" mit dem deutsch-türkischen Schauspieler hat am Sonntagabend im Ersten im Schnitt 7,08 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme gelockt. Das entsprach nach Senderangaben einem Marktanteil von 19,9 Prozent. Damit holte sich der "Tatort" den Quotensieg zur Prime Time vor dem Film "Emilie Richards: Spuren der Vergangenheit" (6,58 Millionen/18,5 Prozent). Auch in Hamburg selbst machte der ARD-Krimi das Rennen: In der Hansestadt schalteten sich 0,20 Millionen Zuschauer Cenk Batu & Co zu (Marktanteil 29,5 Prozent).

Mit "Die Ballade von Cenk und Valerie“ verabschiedete sich Kurtulus nach vier Jahren als verdeckter Ermittler Cenk Batu in Hamburg von der ARD-Krimireihe. Grund für das Aus war unter anderem eine vergleichsweise schwache Quote für den Hamburg-"Tatort".

+++ Kurtulus und die Quote: "Digger, sehe ich gekränkt aus?" +++

Durchschnittlich 6,83 Millionen Zuschauer hatten bei den vorhergehenden fünf Folgen eingeschaltet. Die heiteren Münsteraner "Tatort“-Ermittler Axel Prahl und Jan Josef Liefers rangieren regelmäßig über der Zehn-Millionen-Marke. Als neuer Hamburger Kommissar des NDR wird künftig Til Schweiger im Einsatz sein.

Mit Material von dapd