Merkel eröffnet Freitag Neues Museum in Berlin

Nofretete kehrt in ihre alte Berliner Heimat zurück

Das kriegszerstörte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wird Freitag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) feierlich wiedereröffnet.

Berlin. Mit der abgeschlossenen Restaurierung des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel kehrt nach Jahrzehnten auch die weltberühmte Büste der ägyptischen Königin Nofretete an ihren ursprünglichen Ausstellungsort zurück. Zum Festakt werden neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) oder Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet.

„Dies ist ein Meilenstein der Museumsgeschichte“, erklärte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. 70 Jahre nach der Schließung würden damit alle fünf Häuser der Museumsinsel wieder eröffnet sein.

Im Neuen Museum wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Sammlungen des Ägyptischen Museums sowie des Museums für Vor- und Frühgeschichte gezeigt. Nach ihrer Auslagerung zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und Teilung der Stadt waren sie im West-Berliner Stadtteil Charlottenburg zu sehen. Das älteste Objekt unter den 9000 Exponaten ist ein 700.000 Jahre alter Faustkeil aus der Altsteinzeit.

Der rund 200 Millionen Euro teure Wiederaufbau des 1855 von dem Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler errichteten Kunsttempels war bereits im Frühjahr nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield abgeschlossen worden. Das neue „interkulturelle“ Ausstellungskonzept, für das Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro anfielen, verspricht „faszinierende Blicke in die Ursprünge der Menschheitsgeschichte“.

Mit der Wiedereröffnung des Museums geht eine mehr als 20-jährige Planungs- und Restaurierungsgeschichte zu Ende. Schon 1986 war der Wiederaufbau des Neuen Museums von der DDR beschlossen worden. Zur Umsetzung kam es aber erst ab 1997 mit dem Entwurf Chipperfields. Sein mit Denkmalpflege und Museumsexperten abgestimmtes Konzept einer „archäologischen Wiederherstellung“ gilt als einzigartig.

Die Museumsinsel ist seit 1999 Weltkulturerbe. Ein Masterplan legt die nächsten Schritte der Sanierung des Ensembles bis zum Jahr 2015 fest. Bereits fertiggestellt sind die Alte Nationalgalerie (2001) und das Bodemuseum auf der Inselspitze (2006). Die Grundsanierung des Pergamon-Museums hat 2008 begonnen, das Haus soll noch einen weiteren Flügel und ein neues Eingangsgebäude erhalten, die Generalsanierung des Alten Museums gegenüber dem Berliner Dom wird 2012 beginnen. Mit dem Abschluss aller Sanierungsarbeiten auf der Museumsinsel, die sich auf insgesamt deutlich über eine Milliarde Euro belaufen, ist nicht vor 2026 zu rechnen.

Für Besucher steht das Neue Museum ab Sonnabend offen. Zu zwei Tagen der offenen Tür können Sammlung und Gebäude samstags und sonntags zwischen 10 und 18 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden. Der reguläre Museumsbetrieb beginnt am 19. Oktober.