Wandsbek

Denkmalgeschützte Schule Lienaustraße vor dem Aus?

Die Schule Lienaustraße

Die Schule Lienaustraße

Foto: Wolfgang Meinhart

Der Klinkerbau in der Siedlung Berne leidet unter mangelnder Bekanntheit und einem Sanierungsstau.

Berne.  Die denkmalgeschützte, vom ehemaligen Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher (1869 - 1947) erbaute Grundschule Lienaustraße ist in Gefahr. Sie liegt in der größtenteils denkmalgeschützten Siedlung Berne und sollte in den 1920er Jahren für die gut 1000 Siedlerfamilien als Schule am Walde die Naturnähe der Gartenstadt unterstreichen. Die SPD Wandsbek erbittet jetzt von der Schulbehörde umfassende Aufklärung über die Zukunft der Schule, die laut Partei im Schulfinder der Behörde gar nicht mehr auftaucht.

Auch verschrecke die Behörde interessierte Eltern regelmäßig mit dem Hinweis auf hohe Sanierungskosten für das Klinker-Gebäude an der Berner Au, sagen SPD und Elterninitiative. Die Schulbehörde bestreitet das.

Ihr Sprecher Peter Albrecht erklärte, keinen „Schulfinder“ zu kennen. Aber „alle offiziellen Veröffentlichungen enthalten den Schulstandort Lienaustraße nach wie vor.“ Tatsächlich taucht aber auf den Behördenseiten von „hamburg.de“ häufig nur die Schule Karlshöhe auf, ohne dass ihre beiden Zweigstellen Lienaustraße und Hohnerkamp genannt werden.

Ob der Standort Lienaustraße geschlossen werde, hänge allein von den Anmeldezahlen ab, sagte Albrecht. Im Herbst jedenfalls würden wieder eine erste und eine Vorschulklasse eingeschult werden. Richtig sei aber, dass die Lienaustraße sehr klein sei und sehr wenige Anmeldungen habe.

Die erste Klasse der einzügigen Schule ist am oberen Limit, aber die Vorschulklasse wird kleiner als sonst. „Weil seit geraumer Zeit über eine Schließung spekuliert wird“, sagt Niels Schulze von der Elterninitiative.

Die Frage des Denkmalschutzes spiele für den Erhalt der Schule keine Rolle, sagte Albrecht. Aktuelle Überlegungen zu einer Schließung gebe es aber nicht. Im Einzugsgebiet der Lienaustraße liegt der Altersdurchschnitt der Bewohner deutlich über dem des Bezirks Wandsbek, ein Generationenwechsel zeichnet sich ab. Falls der Schulstandort dennoch aufgegeben werde, müssten Finanzbehörde und Schulbau Hamburg über die Zukunft des Grundstücks und der Gebäude entscheiden, sagte Albrecht.

Die Finanzbehörde erklärte, dass 2012 schon 525.000 Euro in den Ganztagesbereich investiert worden seien. Dennoch bezifferte sie die Kosten für die Sanierung auf 2,7 Millionen Euro und sprach von noch rund zehn Jahren Wartezeit bis zum voraussichtlichen Baubeginn.

Das Hamburgische Denkmalschutzgesetz von 2013 verpflichtet die Stadt ausdrücklich zu beispielhaftem Umgang mit ihren Denkmälern, um als gutes Beispiel private Eigentümer zum Erhalt historischer Gebäude zu ermuntern.