Wandsbek

Spardebatte: SPD lässt Stadtteilbeirat Steilshoop abblitzen

Wer sich weg bewirbt, nimmt seine Stelle mit. So will es ein Sparbeschluss des Senats. Deshalb fehlt dem Haus der Jugend Steilshoop jetzt der Musikexperte. Die SPD will ihn nicht ersetzen.

Steilshoop. Der Stadtteilbeirat Steilshoop hat sich in einem Brief an den Jugendhilfe-Ausschuss Wandsbek gewandt und um die Wiederbesetzung der freien Stelle im Haus der Jugend Steilshoop gebeten. „Es wäre schade, wenn auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen, die im Haus der Jugend eine zweite Heimat gefunden haben, gespart würde.“ Kürzungen im ohnehin schwierigen Sozialraum Steilshoop seien „kontraproduktiv für den Stadtteil“. Ein Brief gleichen Inhalts an Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, SPD, vom November 2013 sei bislang unbeantwortet geblieben.

Aufgrund der Sparbeschlüsse des Senats entfällt in der Offenen Kinder- und Jugendhilfe derzeit jede Stelle, die durch Kündigung, Mutterschutz oder Rente frei wird. Der fragliche Mitarbeiter aus Steilshoop hat mit seinem Wechsel zu den neu geschaffenen Jugendberufsagenturen seine Stelle mitgenommen. Die Jugendberufsagenturen sollen beim Einstieg ins Berufsleben helfen.

Die jugendpolitische Sprecherin der Wandsbeker CDU-Fraktion, Franziska Hoppermann, warf dem Senat vor, die Offene Kinder- und Jugendarbeit gegen die neuen Beratungseinrichtungen auszuspielen und die Mitarbeiter unzumutbar unter Druck zu setzen. „Jeder, der sich verändern will, schadet seinen Kollegen, weil er ihnen mehr Arbeit macht. Viele Angebote verschwinden.“

Das Haus der Jugend (HdJ) Steilshoop hat noch sechs Stellen. Es ist auch sonnabends und sonntags geöffnet. Weil der Spezialist für Musik gegangen ist, fehlt jetzt das Fachwissen zur Anleitung der Rockgruppen, der Bedienung des Tonstudios und der CD-Produktion.

Die Vertreter der Freien Träger von Jugendeinrichtungen monierten einen „schleichenden Verfall“ und äußerten Unverständnis darüber, dass gerade da gekürzt werde, wo Jugendliche aufgefangen werden können.

Die SPD-Fraktionschefin Anja Quast sagte dagegen, die Jugendberufsagenturen müssten ihr Personal da rekrutieren, wo gute und erfahrene Kräfte zu finden seien. Das Steilshooper HdJ sei auch nach dem Verlust der Stelle noch eines der am besten ausgestatteten Häuser Hamburgs.