Hamburg

Spendenaktion soll krebskrankem Familienvater helfen

Der krebskranke Sven Schröter.

Der krebskranke Sven Schröter.

Foto: Sven Schröter

Trotz Chemotherapien kam der Krebs wieder. Sein Arbeitgeber kündigte ihm, seine Freundin verließ ihn. Familie hofft auf Unterstützung.

Hamburg. Das Leben schien es gut zu meinen mit Sven Schröter. Der 31-Jährige hatte einen Job als Luftsicherheitskontrollkraft, mit seiner Freundin zwei süße Kinder, die zwei und drei Jahre alt sind. Die Hochzeit, ein Eigenheim waren geplant, ein Familienauto gerade gekauft. Dann bekam der Hamburger im März 2018 die Diagnose: Morbus Hodgkin. Ein über acht Zentimeter großer Tumor hatte sich in seiner Lunge ausgebreitet.

Seitdem ist sein Leben komplett auf den Kopf gestellt – denn neben der bedrohlichen Krankheit hat der junge Mann auch einen finanziellen und privaten Absturz erlebt. Das hat seinen Schwager Curd-Georg von Nostitz-Wallwitz dazu veranlasst, über die Spendenplattform Gofundme um Unterstützung für Sven zu bitten. Bislang sind rund 5500 Euro zusammengekommen (Stand 21. November).

Krebskranker Familienvater erhielt die Kündigung

„Natürlich rechnet man nie mit Krebs, aber gerade Sven hat sein ganzes Leben besonders auf seine Gesundheit geachtet und weder geraucht noch getrunken. Die Ursache der Krankheit ist unbekannt“, schreibt von Nostitz-Wallwitz in seinem Aufruf. Morbus Hodgkin gehört zu den eher seltenen Krebsarten, immerhin mit einer Heilungswahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent. Leider gehört Sven zu den zehn Prozent, bei denen der Krebs schon nach kürzester Zeit, auch nach schwerster Chemo- und Strahlenbehandlung und einem Dutzend medizinischer Eingriffe wieder zurückkehrte.

Sein Arbeitgeber stellte Weiterbildungsforderungen, die er aufgrund der Krankheit nicht erfüllen konnte, ihm wurde gekündigt – das ist vom Arbeitsgericht inzwischen als rechtens bestätigt worden. Sven lebt nun von eine geringen Übergangsrente von weniger als 1000 Euro, mit der er sich an Miete, einem Kredit für das Auto und den Lebenskosten beteiligt. Doch es reicht hinten und vorn nicht.

Drei Chemos haben nichts gebracht, der Krebs kam wieder

Nun ging auch die Beziehung zur Mutter seiner beiden Kinder in die Brüche. Mehr als ein Jahr lang hatte die Partnerin ihn durch die schweren Behandlungen begleitet, konnte der dauerhaften Belastung aber nicht mehr standhalten und trennte sich im Juli 2019 von ihm. „Für ihre Unterstützung sind er und wir ihr natürlich sehr dankbar“, schreibt Schwager von Nostitz-Wallwitz. Jetzt wird es allerdings zunehmend schwierig in der bisherigen gemeinsamen Wohnung, da sie einen neuen Partner hat und Sven mittelfristig ausziehen muss – in einem Krankheitsstadium, in dem er eigentlich seine ganze Kraft braucht.

„Die drei Chemos haben leider nichts gebracht, der Krebs kam wieder. Im August habe ich mein letzte mögliche Behandlung, eine teure Antikörpertherapie, gestartet. Allerdings zielt diese Art der Behandlung nicht auf Heilung ab, sondern soll den Krebs nur so lange hinhalten, bis ein passender Stammzellspender für mich gefunden wird“, erzählt Sven gegenüber dem Abendblatt.

Svens einzige Chance: ein Stammzellenspender

Er ist keiner, der klagt, er betont, wie wichtig ihm die Zeit mit seinem kleinen Sohn und der Tochter ist, er hofft auf eine Genesung, möchte so bald es geht wieder arbeiten. Seine Ex-Freundin unterstützt ihn zwar nach wie vor, „doch auf Dauer geht das nicht. Ich lebe am Existenzminimum, ich brauche eine eigene Wohnung, wo auch die Kinder unterkommen können, Möbel, Küchengeräte, ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll“, sagt er verzweifelt. Vor allem der Autokredit, aus dem er leider nicht aussteigen kann, reißt monatlich eine große finanzielle Lücke.

Alle denkbaren Möglichkeiten seien bereits ausgeschöpft, alle Sozialträger angesprochen. „Alle Vermögenswerte sind restlos aufgebraucht. Seine Familie und damit auch wir haben inzwischen nicht mehr die finanziellen Mittel, um ihm durch diese schwere Zeit zu helfen“, schreibt der Schwager in seinem Aufruf, von dem er sich erhofft, dass Menschen Sven so weit unterstützten, dass er sich voll und ganz auf seine Behandlung und Genesung und seine Kinder konzentrieren kann.

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„Wir hoffen auf eine finanzielle Entspannung durch die Ablösung des Autokredits und ein gewisses Polster, um die zusätzlichen Arztrechnungen bezahlen zu können.“ Das Geld kommt auf ein Extra-Girokonto. „Von dort aus werden wir einige Rechnungen direkt per Überweisung begleichen“, verspricht Svens Schwager, der gleichzeitig auch für Stammzellenspenden wirbt – Svens derzeit einzige Chance, das Drama zu überleben. Der Verein "Hamburger Abendblatt hilft" wird sich auch beteiligen.