Kolumne

Wenn Jugendliche anfangen, Geld zu verdienen

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Seit die Söhne jobben, schätzen sie den Wert von Geld. Mein Großer rechnet bei jeder Ausgabe um, wie viele Kühe er dafür melken muss.

Kinder im postpubertären Alter benötigen viel Geld für Partys, Essen gehen, Getränke und Klamotten. Wir haben den Standpunkt, dass die Jungs zwar ein Taschengeld bekommen, sich aber Extras verdienen sollen. Während mein jüngerer Sohn seine Leidenschaft fürs Musikauflegen entdeckt hat und schon einige lukrative DJ-Auftritte auf Partys hatte, ist mein Älterer noch in der Erprobungsphase, was am besten zu ihm und seinen Fähigkeiten passt.

Nachhilfe gibt er seit drei Jahren schon, manchmal zupft er im Garten auch Unkraut, aber das reicht nicht für seinen finanziellen Bedarf. Also hat er sich zuerst im Kellnern versucht. Mit den Gästen schnacken konnte er prima, aber beim Servieren fiel schon mal ein Schnitzel vom Teller. Die Wirtsleute waren sehr geduldig, aber er merkte selber, dass er lieber die Jobbranche wechseln sollte. Kühe melken findet er gut und Obst verkaufen an Ständen – da hilft ihm sein zugewandtes Wesen.

Ein positiver Effekt des Jobbens ist, dass beide Jungs nun Geld mehr wertschätzen und mein Großer inzwischen umrechnet, wie viele Kühe er melken muss, um einmal mit Freunden essen ­gehen zu können.