Markusstraße

Erster inklusiver Spielplatz in der Hamburger City eröffnet

So sieht der inklusive Spielplatz in der Markusstraße aus.

So sieht der inklusive Spielplatz in der Markusstraße aus.

Foto: Michael Rauhe/HA

In der Markusstraße können sich Kinder mit und ohne Behinderung austoben. Der Abendblatt-Verein hat das Projekt unterstützt.

Hamburg. Der Spielplatz heißt im Stadtteil schon immer Onkel Rudi – weil es früher dort einen Wächter gab, der so hieß. An diesem Freitag ist der neue inklusive Spielplatz in der Markusstraße (Neustadt) offiziell eröffnet worden. Bevor es richtig los ging, spielten schon einige Kinder – egal ob mit oder ohne Rollstuhl – auf der Spielfläche.

Begrüßt wurden die Besucher des Spielplatzes durch die Kinder der Kita Markusstraße. „Halli, Hallo, schön, dass du da bist“ sangen die Kinder. Die Reden aber auch die Lieder wurden für Taubstumme in Gebärdensprache übersetzt.

Der erste Spielplatz in Hamburg, der anders ist

Als im Mai vergangenen Jahres der erste Spatenstich gemacht wurde, war das für alle Beteiligten ein großer Moment. Die in den Farben Gelb, Blau, Orange und Grün gestaltete Spielfläche ist der 140. Spielplatz in Hamburg-Mitte, aber der erste, der anders ist. „Dinge gemeinsam machen, dass ist eine Sache der Inklusion“, sagte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD).

Der Rollstuhl-Skater David Lebuser war auch dabei und testete die neuen Geräte. Auch wenn er schon viel zu groß dafür sei, stelle er sich gerne als „großes Kind“ zur Verfügung, um den Kindern etwas vorzuturnen und sie zu motivieren. Besonders wichtig sei ihm, dass alle zusammen an einem Ort spielen können.

Abendblatt-Verein spendete 21.500 Euro für den Spielplatz

Der zehnjährige Moritz ist nur ein vorübergehender Rollstuhlfahrer, weil er sich beim Fußballspielen am Bein verletzt hat. Er findet den Spielplatz „sehr cool“. „Hier kann man wirklich alles machen, auch mit Rollstuhl“, sagte Moritz. Besonders das Karussell habe es ihm angetan, obwohl ihm eigentlich immer übel wird. „Wir wollten mit diesem Spielplatz ein Zeichen in Hamburg setzen, denn ein inklusiver Spielplatz sollte nicht teurer sein als ein normaler Spielplatz“, so Sunniva Engelbrecht vom Förderverein der Kinder der Kita Markusstraße.

Die Abendblatt-Initiative „Kinder helfen Kindern“ gehörte mit zu den ersten Institutionen, die das Projekt des „Fördervereins der Kinder der Kita Markusstraße“ finanziell unterstützt hat. Insgesamt spendete der Abendblatt-Verein 21.500 Euro für den Spielplatz, davon kamen 10.000 Euro über die PSD-Bank Nord.

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung dauerte es sieben Jahre

Der Kontakt kam über eine der vier Projektverantwortlichen, Leslie Strohmeyer, zustande. Ihr Sohn Theo ging in die Kita Markusstraße und für ihn hatte die Abendblatt-Initiative bereits eine Rampe und einen Lift als barrierefreien Zugang zur Familienwohnung mitfinanziert. „Theo sitzt im Rollstuhl und er konnte damals auf diesem Platz nur im Sand spielen. Ich wollte anfangs nur eine Vogelnestschaukel und jetzt ist daraus ein so großes Projekt geworden“, sagte Strohmeyer stolz.

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung hat es rund sieben Jahre gedauert. „Ich bin so froh, dass wir das Geld zusammenbekommen haben und die Stadt mitgemacht hat. Das ist ein echter Meilenstein. Aber für mich ist es nur der erste Spielplatz – ich hoffe, dass es bald viel mehr inklusive Spielplätze in Hamburg gibt“, sagte die zweifache Mutter. Ihr Sohn Theo ist jetzt 13 Jahre alt, er wird auf dem Platz nicht mehr schaukeln – aber dafür vielleicht im Rollstuhl Tischtennisspielen.