Eine Bronzemedaille für Hamburgs Schüler

Nur Bayern und Baden-Württemberger verstehen Englisch besser

Zum ersten Mal hat Hamburg in einer Bildungsstudie einen Medaillen-Rang errungen: Die Hansestadt belegt in dem neuen Schulleistungsvergleich beim Hörverstehen in Englisch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den Platz 3 hinter Bayern und Baden-Württemberg. Das ist Bronze.

Beim englischen Leseverständnis liegen die Hamburger Schüler im Vergleich der Bundesländer im Mittelfeld und rangieren auf Platz 7 (siehe unten).

Dramatische Schwächen gibt es dagegen erneut beim Lesen. Die Ergebnisse im Fach Deutsch liegen unter dem Bundesschnitt. Beim Leseverständnis holt Hamburg 484 Punkte und belegt Platz 14, erreicht aber bessere Ergebnisse als bei den vorausgegangenen PISA-Erhebungen 2006 (476) und 2003 (478). Beim Zuhören und inhaltlichen Erfassen von Texten rangiert die Hansestadt mit ebenfalls 484 Punkten auf dem 13. Platz vor Brandenburg, Berlin und Bremen. Auch bei der Rechtschreibung zeigt Hamburg deutliche Mängel.

Die Untersuchung, die erstmals auf der Basis der bundesweiten Bildungsstandards durchgeführt wurde, löst den bisherigen PISA-Bundesländervergleich ab. Im Mai 2009 waren die Leistungen von bundesweit 41 000 Schülern der neunten Klassen in Deutsch und Englisch getestet worden. Die Ergebnisse werden heute von der Kultusministerkonferenz veröffentlicht. Deutschland löst sich damit weitgehend aus dem PISA-Programm (Programme for International Student Assessment), das seit 2000 alle drei Jahre in 60 Ländern der Erde von der OECD durchgeführt wird. Bei jedem Durchgang wird jeweils ein Bereich vertiefend untersucht: im Jahr 2000 die Lesekompetenz, 2003 Mathematik, 2006 Naturwissenschaften. Dieser Zyklus wird alle neun Jahre wiederholt. Mit der aktuellen Untersuchung wendet Deutschland erstmals die bundeseinheitlichen Bildungsstandards an, die als Reaktion auf den PISA-Schock nach dem Test im Jahr 2000 entwickelt worden waren. Daher sind die neuen Ergebnisse auch nur in der Lesekompetenz in Deutsch mit den Vorgängerstudien vergleichbar. Bei den bisherigen PISA-Tests gehörte Hamburg zu den Verlierern:

Sowohl bei PISA 2003 (478 Punkte) als auch 2006 (476) belegte die Hansestadt in der Lesekompetenz den vorletzten Platz vor Bremen (467/474). Im internationalen Vergleich lasen nur die Schüler in Italien, Spanien, Griechenland, in der Türkei und in Mexiko schlechter. Deutschland lag mit 491 und 495 Punkten im Mittelfeld.

In Mathe und Naturwissenschaften kam Hamburg stets auf den vorletzten Platz

Auch in Mathematik schnitt Hamburg in den bisherigen PISA-Untersuchungen schlecht ab und landete auf dem vorletzten Platz, wiederum gefolgt nur von Bremen. 2003 erreichte die Hansestadt eine Punktzahl von 481, 2006 waren es 488. Der Bundesschnitt lag bei 504 und damit im internationalen Vergleich im Durchschnitt.

In den Naturwissenschaften war die Hansestadt 2006 mit 497 Punkten zwar nur knapp unter dem OECD-Schnitt von 500 Punkten, aber deutlich unter dem Bundesschnitt (516 Punkte). Obwohl sich die Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerstudie 2003 verbessert hatten, reichten die Leistungen der Hamburger Schüler im Vergleich der Bundesländer nur für Platz 15 vor Schlusslicht Bremen. Die internationalen PISA-Ergebnisse des jüngsten Leistungsvergleichs sollen im Dezember veröffentlicht werden.

Leseverständnis deutscher Texte

Quelle: dpa

Leseverständnis englischer Texte

Quelle: dpa

Zuhören und Erfassen deutscher Texte

Quelle: dpa

Zuhören und Erfassen englischer Texte

Quelle: dpa