St. Pauli

Polizei kontrolliert 428 Kiezgänger und stellt Waffen sicher

138 Beamte waren bei der groß angelegten Aktion im Bereich des Bahnhofs Reeperbahn auf St. Pauli im Einsatz. Die Ergebnisse.

Hamburg. Im Hamburger Vergnügungsviertel St. Pauli hat die Polizei in der Nacht zum Sonnabend Besucher auf Waffen und Glasflaschen kontrolliert: Im Bereich des S-Bahnhofs Reeperbahn überprüfte die Bundespolizei mit 138 Beamten, ob Kiezbesucher Messer, Reizstoffsprühgeräte oder andere gefährliche Gegenstände mit sich führen. An zwei Kontrollstellen – am Aufgang Talstraße und am Aufgang Nobistor – wurden 428 Personen kontrolliert, wie Bundespolizeisprecher Thomas Hippler am Sonnabendmittag dem Abendblatt sagte.

Hintergrund der Aktion war, dass auf der Feiermeile Reeperbahn und Umgebung seit mehr als zehn Jahren an Wochenenden ein nächtliches Verbot von Waffen und Glasflaschen gibt. Wer gegen das Verbot verstößt, dem drohen Geldbußen in Höhe von 150 bis 10.000 Euro. Bei der aktuellen Großkontrolle stellte die Bundespolizei, die von 22 Uhr am Freitag bis 5 Uhr am Sonnabendmorgen im Einsatz war, diverse Verstöße fest.

Einsatz an der Reeperbahn: 22 Verstöße gegen das Waffengesetz

"Neben unzähligen Glasflaschen, die wir Personen im Bahnhof Reeperbahn abgenommen haben, wurden 22 Verstöße gegen das Waffengesetz verzeichnet", sagte Thomas Hippler. Dabei handelte es sich überwiegend um Messer. Aber auch zwei Teleskopschlagstöcke wurden sichergestellt.

In 27 Fällen entdeckten die Beamten Drogen bei den Kiez-Besuchern. Dabei handelte es sich laut Bundespolizei vermutlich um Marihuana, Kokain, Ecstasy, Cannabis und Amphetamine. Die Personen, die etwa mit einer Bierflasche im Bahnhof angetroffen wurden, durften ihr Getränk übrigens noch austrinken, bevor die Beamten die Glasflaschen an sich nahmen.

Bundespolizei zieht positives Fazit

26 Personen gerieten wegen Aufenthaltsermittlungen in den Fokus der Polizei, elf Personen wurden beim Rauchen im Bahnhof erwischt. Bei der siebenstündigen Großkontrolle nahm die Polizei fünf Personen in Schutzgewahrsam, eine Person wurde festgenommen und die Beamten erteilten sieben Platzverweise. In drei Fällen kam es zu Widerstandshandlungen und Angriffe auf Beamte. "Wir haben jedoch festgestellt, dass sich die große Masse sehr kooperativ verhalten hat und die Reaktionen auf die Kontrolle sehr positiv waren", so der Bundespolizeisprecher.

Auch insgesamt zieht die Polizei ein positives Fazit. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Einsatz", sagte Thomas Hippler. Damit sei auch präventiv ein Signal gesetzt worden.