Reeperbahn

Drogen und Waffen entdeckt: Große Kontrolle auf dem Kiez

Auf der Reeperbahn und im S-Bahnhof durchsuchten Beamte Kiez-Besucher. 463 Personen wurden überprüft, sieben festgenommen.

Hamburg. Vor dem Hintergrund steigender Gewalttaten haben in der Nacht zum Sonnabend im S-Bahnhof Reeperbahn mehr als 100 Bundespolizisten eine Kontrollaktion durchgeführt. Die Aktion galt der Durchsetzung des Waffen- und Glasflaschenverbots auf dem Kiez. Beamte aus Uelzen und Ratzeburg kontrollierten über mehrere Stunden ankommende Kiezbummler.

Dabei wurden unter anderem Drogen, Pfefferspray, Messer, aber auch eine Splitterweste sichergestellt. Gegen 22 Uhr hatten Bundespolizisten, die auch in Hamburg im Bereich von Bahnanlagen für die Sicherheit zuständig sind, zwei Kontrollstellen im S-Bahnhof aufgebaut. Dort wurden vor allem männliche Kiezbesucher überprüft und durchsucht. An Tischen saßen Bundespolizisten, die bei festgestellten Verstößen gleich vor Ort die Formalien erledigten.

„Wir haben zwar in unserem Zuständigkeitsbereich in Hamburg seit etwa vier Jahren rückläufige Kriminalitätszahlen“, sagt der Chef der Bundespolizei in Hamburg, Normen Großmann. „Im Bereich der Körperverletzungsdelikte gibt es aber leider einen gegenteiligen Trend. Insbesondere steigt der Anteil der gefährlichen Körperverletzungen, bei denen Waffen oder waffenähnliche Gegenstände eingesetzt werden.“

Anstieg bei Körperverletzungen

So stieg die Zahl der Körperverletzungsdelikte im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei in Hamburg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 1456 Taten an. 566 davon, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr, waren gefährliche oder schwere Körperverletzungen.

Innerhalb von acht Stunden wurden von der Bundespolizei 463 Personen überprüft. 54 Verstöße gegen das Glas­flaschenverbot, 20 Verstöße gegen das Waffenverbot und 22 Drogendelikte wurden registriert. Außerdem wurden sieben Personen festgenommen: Vier hielten sich illegal in Deutschland auf, drei hatten eine Geldstrafe nicht bezahlt. Alle konnten das Geld auftreiben und wurden nach Zahlung entlassen.

Die Polizei Hamburg war noch einmal mit etwa 90 Beamten auf der Reeperbahn und in den Seitenstraßen im Einsatz. Sie überprüften 223 Personen. In 19 Fällen hatten die Überprüften Messer dabei. In sechs Fällen griffen die Beamten bei Schlägereien ein.

Begleitet wurde der Einsatz auf dem Kiez von einer Arbeitsgruppe mit Beamten aus mehreren Bundesländern. Sie sollen die Erfahrungen in Hamburg mit solchen Einsätzen nutzen und in vergleichbare Aktionen in anderen deutschen Großstädten einfließen lassen.