Hamburg

Blockade in Moorburg: Polizei räumt Kattwykbrücke

Hamburg: Klimaaktivisten blockieren die Fahrbahn der Kattwykbrücke im Hafen und protestieren gegen das Kohlekraftwerk Moorburg.

Hamburg: Klimaaktivisten blockieren die Fahrbahn der Kattwykbrücke im Hafen und protestieren gegen das Kohlekraftwerk Moorburg.

Foto: dpa

"Decoalonize Europe" blockierte Weg zum Kohlekraftwerk Moorburg, um auf Klimawandel hinzuweisen. 80 Aktivisten in Gewahrsam.

Hamburg. 160 Umweltaktivisten des Bündnisses Decoalonize Europe haben am Freitag für mehrere Stunden die Kattwykbrücke blockiert. Da sich einige Aktivisten von der Brücke abgeseilt hatten, konnte sie weder von Lkw überquert noch von Schiffen unterfahren werden. Am Nachmittag wurde die Blockade von der Polizei aufgelöst. Schon am Mittag hatten die Beamten angekündigt, dass sie der Blockade nicht untätig bis zum Abend zusehen wollten.

Die Polizei sprach am Abend von 80 Personen, gegen die man "freiheitsbeschränkende Maßnahmen" eingeleitet habe, sie also in Gewahrsam genommen habe. Kurz bevor das "Höheninterventionsteam" die Brücken-Kletterer am Nachmittag gegen 16.20 Uhr wieder "erden" wollte, verließen diese die Brücke, so die Polizei.

Mit der Blockade wollten die Aktivisten verhindern, dass das Kohlekraftwerk Moorburg mit Steinkohle beliefert wird. Die Aktivisten fordern die sofortige Stilllegung aller Hamburger Kohlekraftwerke sowie des Kohlehafens.

„Offensichtlich können wir uns innerhalb des derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Systems nicht darauf verlassen, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe endlich gestoppt wird, um die eskalierende Klimakatastrophe noch zu begrenzen sowie die Verwüstungen in den Abbaugebieten zu stoppen", sagte Aktivistin Hanna Löte. "Wenn Demos und Unterschriften nicht ausreichen, müssen wir Menschen ermutigen, auch anders aktiv zu werden, zum Beispiel mit Blockade-Aktionen."

Fahrraddemo vor Blockade der Kattwykbrücke

85 Prozent des in Hamburg erzeugten Stroms stamme aus klimaschädlicher Verbrennung von Steinkohle, die aus anderen Ländern importiert werde. Das Bündnis weist auf die Folgen des Klimawandels und die mit dem Kohleabbau verbundenen Menschenrechtsverletzungen in Abbaugebieten wie Russland oder Kolumbien hin.

Der unangemeldeten Versammlung war eine Fahrraddemonstration von der Umweltbehörde in Wilhelmsburg zum Hafen gemeinsam mit der Bewegung Fridays for Future und der Naturschutzorganisation BUND vorausgegangen. Dort hatte sich Decoalonize Europe von der größeren Gruppe getrennt und mit der Besetzung der Brücke begonnen. Das Bündnis organisiert an diesem Wochenende deutschlandweit Demonstrationen und Blockaden entlang der Lieferketten der Steinkohle.